Wieso? Weshalb? Warum? - Der Podcast über Kindermedien

Wieso? Weshalb? Warum? - Der Podcast über Kindermedien

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00:00:00: Dieser Ursprungsgedanke, dieses qualitätsvollen Erzählen für die junge Zielgruppe mit der der Verein gegründet wurde.

00:00:06: Mit der Akademie gekründet wurden das ist unsere DNA also die ist Kristall klar bei der Akademie für Kindermedien.

00:00:11: Die Ausprägungsform hat sich immer wieder verändert und da sind wir jetzt nur die nächste Evolutionsstufe würde ich sagen.

00:00:40: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von wieso?

00:00:43: weshalb?

00:00:43: warum dem Podcast über Kindermedian.

00:00:47: Mein Name ist Thomas Hartmann und meine heutigen Gäste sind Hannah Reifgerst und Anne Schultka.

00:00:53: Gemeinsam übernehmen die beiden ab diesem Sommer die Studienleitung der Akademie für Kindermedien, ein Stipendium-Programm für AutorInnen, die Plattform Übergreifend Für Junge Zielgruppen

00:01:03: schreiben.

00:01:05: Sie treten damit die Nachfolge von Thomas Heiler und Margret Albers an und vollziehen einen von langehand geplanten Generationenwechsel in der Studienleitung der AKM.

00:01:15: Ein guter Anlass also, um mit den beiden über ihre Pläne und Ziele – und über Kriterien für qualitativ hochwertige Kindermedien

00:01:22: zu sprechen.

00:01:24: Denn auch wenn Anne und Hannah wie sie selbst sagen einen gut gepflegten Garten übernehmen haben Sie natürlich auch ganz eigene Vorstellungen davon, wie es mit der Akademie für Kindermedian weitergehen soll!

00:01:36: Als ausgewiesene Expertinnen in Sachen Kinderfilm-und Kindermedia bilden die beiden nun also die neue Doppelspitze das Stipendien-Programm der AKM zukunftsweisend weiterzuentwickeln.

00:01:49: Wie genau Sie das tun wollen, welche persönlichen und fachlichen Erfahrungen sie dabei einbringen wie vorbildlich der Prozess der Verantwortungsübergabe verlief und warum das Angebot der Akademie für Kindermedien auch weiterhin unverzichtbar ist.

00:02:03: darüber habe ich mit den beiden kurz vor der Abschlusspräsentation der diesjährigen AKM-Absolventinnen gesprochen die traditionell im Rahmen des Kindermedianfestivals Goldener Spatz stattfindet.

00:02:15: Falls auch ihr euch für dieses Angebot interessiert, dann sei an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen, dass man sich noch bis zum vierten August für den neuen AKM-Jahrgang bewerben kann.

00:02:26: Alle Infos dazu findet ihr in der Podcastbeschreibung.

00:02:29: und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Gespräch mit Anne Schultker und Hannah Reifgerst über die Akademie Für Kindermedien!

00:02:49: Liebe Anna, liebe Anne, schön, dass ihr dabei seid.

00:02:51: heute bei Wieso, Weshalb, Warum?

00:02:53: Hallo!

00:02:56: Es geht schon gut los.

00:02:59: Das letzte Modul und die Abschlusspräsentation von der Akademie für Kindermedien stehen jetzt kurz bevor, am elften Juni ist es wieder soweit in wenigen Tagen.

00:03:08: Wie geht's euch beiden denn gerade im Endspurt eures ersten gemeinsamen Jahrgangs als Studienleiterin der Akademie für Kinder medien?

00:03:16: Also bei mir steigt die Vorfreude, kann ich sagen.

00:03:18: Das ist ja immer so ein magischer Moment wenn so einen Jahrgang zu Ende geht.

00:03:22: und du weißt Du hast Leute jetzt monatelang begleitet und schickst jetzt wieder raus in die freie Welt In eine hoffentlich sehr angenehme welt die sie willkommen heißen wird.

00:03:32: Und das ist so ein bisschen unsere mission der wir gerade unterwegs sind.

00:03:35: Wir ziehen jetzt gerade noch die letzten dinge gerade gucken wer nochmal irgendwie ein bisschen zuspruch braucht Und ja, wir freuen uns natürlich auch schon auf den neuen Jahrgang.

00:03:44: Da sind wir auch schon mit dem Kopf richtig tief eingetaucht.

00:03:47: Es geht also gleich weiter!

00:03:49: Für mich ist es das erste Mal, dass ich wirklich drin bin in der Akademie.

00:03:53: Hannah war ja in einer Studienleitungsfunktion ein Jahr vorher schon drin und kennt es als Kommentorin – da kommen wir sicherlich später noch mal dazu.

00:04:00: Und für mich war's einfach Wahnsinn... Das ist das erste Mal von innen mitzuerleben, was da wirklich passiert.

00:04:07: Mit den Projekten und Menschen, Dinge die man spürt auch als Zuschauerin bei dieser Abschlusspräsentation dann zu merken, woher das kommt?

00:04:16: Warum diese Atmosphäre dieses Knistern und dieses absolute Wohlwollen hat, dass sich das einfach durchs ganze Jahr zieht?

00:04:22: Da freue ich mich jetzt endlich zu verstehen warum das eigentlich da ist bei der Abschlusspräsentation.

00:04:29: Das ist ein gutes Stichwort, würde ich sagen.

00:04:31: Also um das Verstehen bemühe ich mich ja hier mit diesem Podcast auch und wir tauchen in diese ganzen Themen sicherlich auch nachher noch ein bisschen tiefer ein.

00:04:37: aber wir tauchen am Anfang dieses Gesprächs.

00:04:39: Das kennt ihr als aufmerksame Hörerin dieses Formats wie ich aus dem Vorgespräch erfahren habe.

00:04:45: Kennt ihr das schon?

00:04:46: Dass ich immer gerne einen kleinen Ausblick mache in die Medienkindheit meiner Gäste oder einen Rückblick besser gesagt also mich ein bisschen mit der Frage mit euch beschäftigen möchte welchen Kindermedien ihr selber eigentlich so groß geworden seid ob es so bestimmte in den Figuren gab, ob ihr Erinnerungen habt an euer erstes Medienereignis das euch besonders geprägt hat.

00:05:05: Da würde ich gerne am Anfang mit euch ein bisschen einsteigen.

00:05:07: Wer mag denn davon euch mal den Anfang machen?

00:05:10: Wie habt ihr dann eure eigene Medienkindheit so erlebt?

00:05:13: Anne!

00:05:13: Ich fange einfach mal mit dir an.

00:05:16: Ich habe meine eigene Medienkindheit, vor allem wenn ich das jetzt mit der heutigen Vergleiche sehr linea noch erlebt.

00:05:23: Ich will jetzt gar nicht so sehr auf bestimmte Formate eingehen die ich geguckt hab weil es da gar nicht dass eine Format gab was sich immer unbedingt schauen wollte als Kind.

00:05:31: Das war sehr durcheinander und das war sehr von Uhrzeiten abhängig.

00:05:35: also dann wenn ich aus der Schule aus dem Hort kam Und tatsächlich dann Fernsehen gucken durfte Dann habe ich eben geschaut was da war mit über das Linie-Jahrefernsehen hinaus war.

00:05:51: Ein Grundschulfreund von mir, die Eltern hatten ... Wie hieß denn der Vorgänger von Sky?

00:05:56: Also dieses PayTV!

00:05:58: Premiere.

00:05:58: Genau und da haben wir einen Wochenende lang bei so einer Übernachtungsparty die Wernerfilme hin und wieder zurückgeguckt, sodass man die irgendwann mitsprechen konnte weil dann irgendwie auf diesem Sender den ganzen Tag im Loop kam.

00:06:12: Und das ist eigentlich nicht dass ich Werner besonders ...forst bringen möchte, vor allem nicht als Kindermedium vielleicht.

00:06:23: Aber das ist mir so eingefallen, wenn ich überlegt habe wie war das denn eigentlich?

00:06:26: Naja und es war eben sehr davon abhängig was gerade überhaupt gezeigt wurde!

00:06:30: Ja... Wie war's bei dir Hanna?

00:06:32: Ich hab glaube eine ganz andere Medienkindheit gehabt.

00:06:35: Ich bin das Kind eines Künstlers oder einer Sozialarbeiterin die mich ohne Fernsehen großgezogen haben.

00:06:42: Es gab einen Slot in der Woche, den ich Fernsehen gucken durfte und das war die Sendung mit der Maus.

00:06:48: Und ansonsten hatte ich eine Kulturflat als Kind, würde man das heute nennen.

00:06:52: Das heißt wenn ich ein Buch haben wollte, wenn ich in einen Theaterstück gehen wollte... ...wenn ich in die Oper gehen wollte Konzerte da konnte ich alles machen und meine Eltern mich überall mit hingenommen.

00:07:01: aber sagen wir mal audiovisuelle Medien waren sehr wenig präsent in meiner Kindheit was dann irgendwann so'n Umkehreffekt hatte.

00:07:08: also ich hatte dann als so Preteen tatsächlich Freundinnen zu denen ich nur zum Fernseh gucken gegangen bin und dann habe ich natürlich alles an Trash reingezogen was irgendwie zu haben war.

00:07:19: Heute lachen meine Eltern nicht darüber, weil die natürlich auch sehen wo ich jetzt gelandet bin das Film und Fernsehen und Audiovisuelle Medien ein sehr starkes Zentrum meiner Arbeit und meiner Leidenschaft sind.

00:07:32: Und es hat sich aber jetzt auch schon total verändert in ihrer Bewertung.

00:07:36: also es war auch so ein bisschen glaube Prozess in den Achtzigern, wo man versucht hat es irgendwie richtig zu machen auch mit diesem aufkommenden Vollzeit-Fernsehen was dann da oft die Kinder eingeströmt ist.

00:07:49: Und dafür waren Hörspiele bei mir total präsent.

00:07:53: Aber ihr seid ja beide aus sehr stark eben im Thema Kinderfilm verhaftet.

00:07:57: Könnt ihr euch an euren ersten Kinderfilm dem ich in Kino gesehen habe tatsächlich auch noch erinnern?

00:08:01: Wisst ihr mal welcher das war?

00:08:02: Ja, ich weiß es noch.

00:08:03: Kopfschüttelnwärme?

00:08:05: Ich weiß das noch ganz genau.

00:08:07: und zwar hat mich mein Vater zu einer Wiederaufführung von Das Dschungelbuch genommen und da war ich wahrscheinlich ungefähr fünf und dann war sich quasi nie große Leinwand oder Fernsehen flackerte Bilder vor mir hatte.

00:08:22: Ich war total überfordert von diesem Kinobesuch Schwanz angezündet wird.

00:08:29: Gibt es diesen historischen Moment, der bei jeder Familienfeier erzählt wird?

00:08:32: Habe ich dieses ganze Kino zusammen gebrüllt dass sie bitte die Katze löschen sollen?

00:08:36: und das war dann erst mal ein Kinokontakt und dann ganz lange nicht mehr.

00:08:42: und ich habe dann erst wirklich als Jugendliche angefangen sehr intensiv ins Kino zu gehen.

00:08:48: also da gab's dann viele viele Jahre dazwischen wo ich den Medium sehr skeptisch gegenüberstand.

00:08:54: Und in unserer kleinen Stadt gab's einfach kein Kino, man musste in die nächste größere Stadt fahren.

00:08:58: und ich komme auch nicht aus einer Kino oder aus der Filmfamilie.

00:09:00: Das hat da gar nicht so richtig stattgefunden.

00:09:02: aber witzig dass es bei dir das Dschungelbuch ist Hannah weil In unserer Familie wird die Geschichte erzählt dass wenn dich als Kind auch so wie mein Onkel auf mich aufgepasst hat oder so einzufangen war und irgendwie traurig war, weil Mama und Papa nicht da waren oder so.

00:09:19: Dann war die geheimen Waffe das Dschungelbuch anzumachen.

00:09:22: Die VHS wurde in den Kassettenrekorder geschrieben und bei uns haben auch bestimmte Aussprüche aus dem Dschungsbuch sind Familien-Zitate also...

00:09:32: Ach guck mal!

00:09:33: Da haben wir ja direkt eine biographische Übereinstimmung zwischen euch

00:09:35: beiden.

00:09:36: Die wir auch noch nicht kannten Thomas Mensch.

00:09:39: Toll!

00:09:40: Direkt investigativ was herausgefunden hier.

00:09:42: Mal gucken wie wir das noch weiter treiben können.

00:09:44: Wir gucken nämlich auch noch mal so ein bisschen auf euren beruflichen Werdegang und schauen uns mal an, wie ihr da gelandet seid.

00:09:49: Wo ihr denn heute so seid?

00:09:50: Hannah ich würde mit dir vielleicht mal anfangen!

00:09:53: Du hast visuelle Kommunikation in Weimar und in Barcelona studiert und hast seitdem viel in der Stoffentwicklung in der Dramaturgie gearbeitet.

00:10:00: Ich habe auch mal ein paar spezifische Stationen deiner bisherigen beruflichem Laufbahn nochmal rausgepickt.

00:10:06: Also du warst fast zehn Jahre lang Projektkoordinatorin der Initiative, der besondere Kinderfilm.

00:10:10: Du warst – das hat Anne gerade auch schon mal angesprochen – eine Zeit lang auch Kometorin in der Akademie für Kindermedien kennst also das Projekt ja quasi aus einer ganz anderen Perspektive schon.

00:10:19: Du hast viele Jahre die Geschäftsstelle vom Förderverein deutscher Kinderfilm geleitet.

00:10:23: Seit zwanzig zweiundzwanzig korrortierst du das Young Audience-Programm bei den nordischen Filmtagen in Lübeck und seit zweitzig sechsenzwanzigt, also relativ frisch noch bist du auch die künstlerische Leitung des Festivals.

00:10:34: Also in der ganzen Menge Stationen schon, die sich mörder weniger ja alle rund um das Thema Kindermedien und Kinderfilmdrehen.

00:10:41: Welche Erinnerungen hast du denn an deinem professionellen Erstkontakt eigentlich mit diesem beruflichen Umfeld?

00:10:46: Du hast im Vorgespräch von so einem Heureka-Moment erzählt den würde ich jetzt gerne mal abfischen.

00:10:50: was war dann für dich so der Moment wo du gesagt hast ey!

00:10:53: Das ist es und da will ich irgendwie tiefer einsteigen.

00:10:57: Ich habe visuelle Kommunikation studiert, aber eigentlich mit dem Fokus Fotografie.

00:11:00: Das heißt ich komme von Erzählen aus Standbildern und die Bauhaus-Uni hat einen sehr großen Designaspekt.

00:11:06: also es geht immer um die Frage wie kann ich bestmöglich für wen etwas tun?

00:11:11: Also nicht nur erzählen sondern auch eben Architekturbau usw.

00:11:14: ermöglichen.

00:11:15: das heißt ich hatte eher so ein generelles Studium mit ganz vielen Designerfragen.

00:11:19: ich hab auch mal ein Semesterarchitektur mitstudiert Medienkultur, Marketing und solche Sachen.

00:11:26: Aber ich hatte schon immer so einen Zug in Richtung Film.

00:11:29: Ich weiß jetzt nicht ob das die genannte biografische Absinenz des Kinos ist, aber es war eine große Faszination.

00:11:37: Eine der ersten Sachen, die ich gemacht habe als ich endlich Studentin war, war dass ich zur Filmfestival gefahren bin unter anderem zu den nordischen Filmtagen.

00:11:44: Das war auch ein ganz zentrales Moment.

00:11:46: Aber dieses heurige Moment, was ich leichtsinnig bei dir angekündigt habe, war bei einer Berlinale Und zwar war das an meinem ersten Studienjahr.

00:11:54: Ich habe keine Studierendenakkreditierung bekommen, weil die Uni nur so ein kleines Kontingent hatte.

00:11:59: Das heißt ich musste mir jedes Ticket kaufen und ich war nach drei Tagen einfach pleite!

00:12:03: Ich wollte ins Kino gehen, war den ganzen Tag nur Filme gucken und ich hatte kein Geld mehr... ...und dann hab' ich einfach den Katalog aufgeschlagen, den gab's damals noch gedruckt.. ..und dann habe ich geguckt wo gibt es die günstigsten Tickets?

00:12:13: Dann gab´s eine Sektion, die hier ist Kinderfilm fest.

00:12:16: und da haben sie irgendwie nur Keine Ahnung, drei Euro gekostet.

00:12:19: Das ist die Lösung von morgens bis abends Kinderfilmfest.

00:12:23: und dann war ich vorher in meinem letzten Film aus dem Forum ein sehr langsamer Dokumentarfilm über japanische Reisbauern.

00:12:30: Vier Stunden Fly on the Wall.

00:12:32: Sehr intellektuelles Publikum.

00:12:34: Aha, sehr spannend!

00:12:36: Können Sie noch mal erklären?

00:12:37: Die Bezüge zu Foucault und Walter Benjamin oder sogar sehr ehemaligeren.

00:12:41: Und dann bin ich mit meinem ersten Ticket zum Kinderfilmfest beim Zoo Palace, auch noch das schönste Kino von Berlin meiner Meinung nach angekommen und im Prinzip war die Party schon im Foyer.

00:12:52: Also die Kinder waren da, Schulklassen alle waren so uaaah Kino!

00:12:56: Und ich hab gedacht... Ich will nie wieder zurück vergesst die Reisbauern, vergeszt Foucault und Walter Benjamin.

00:13:03: Ich will dieses Leben, ich will es erleben.

00:13:07: bist du in diesem Kino?

00:13:08: und das hatte damals noch tausend Plätze.

00:13:11: Und dann geht dieser Rüschenvorhang hoch, und es ist so ein Gänsehautmoment wenn einfach Tausend Kinder auf einen Schlag, also dieses Raunen, dass da durchgeht.

00:13:20: Das eigentlich egal welcher Film erst mal läuft!

00:13:22: Ich hatte dann auch bis Glück... ich habe einen richtig guten Film gesehen, der mich bis heute begleitet, der immer noch zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme gehört.

00:13:31: Und das war glaube ich so ein Moment wo ich gemerkt habe Kinderfilme, das ist etwas damit kann man wirklich Biografien verändern und auch als Erwachsene kann man damit noch Biografie verändern.

00:13:41: Und diese Begeisterung im Kino war wirklich so dieser essenzielle Moment und ab dem moment habe ich mich fast ausschließlich auf junge Menschen konzentriert wobei ich an diesem punkt sagen muss Ich glaube, dass es da gar nicht so viele Unterschiede gibt.

00:13:55: Es gibt einige Besonderheiten mit jungen Menschen die sehr viel Verantwortung und sehr viel Reflektion von den Menschen, die sie machen und multiplizieren erfordern.

00:14:03: aber wenn's um Qualität geht und um Narrative und um Themen sind die Unterschiede eigentlich nicht groß.

00:14:10: Was war denn jetzt dieser Film?

00:14:12: sagst du vielleicht einigen etwas der Traumdrömmen von Nils Arden Oplev.

00:14:20: Ein dänischer Kinderfilm, Nils-Arden-Oplev ist danach nach Hollywood gegangen und hat dann die Stiglason Verblendung Trilogie Girl with the Dragon Tattoo gemacht.

00:14:31: aber das war ein Kinderfilm den er gemacht hat.

00:14:33: und also alle die den nicht gesehen haben... Das ist Bildungslücke Leute!

00:14:37: Das ist DER Kinderfilm!

00:14:39: Den muss man gesehen haben.

00:14:40: Schön, eine echt schöne Geschichte muss ich sagen und irgendwie auch ein interessanter Weg der dich dann wirklich in dieses Feld geführt hat.

00:14:46: Wir gucken mal bei dir an ob es da eine ähnliche Geschichte zu erzählen gibt.

00:14:50: Du bringst ja auch eine ganze Menge Erfahrungen schon mit aus dem Bereich Kindermedien und Kinderfilm.

00:14:54: Auch bei dir habe ich mal ein bisschen in die Bibografie geschaut, du warst acht Jahre lang Projektleiterin bei KidsRegio europäische Lobby-Initiative, die sich für hochwertige und vielfältige Kinderfilme stark macht.

00:15:05: In dem Kontext warst du auch an zwei Studien beteiligt, die ihr herausgebracht habt, Kinder in der Filmkultur und Keeping Up With Children As An Audience war der Titel dieser beiden Studien.

00:15:16: Drei Jahre lang hast du das Fachprogramm beim Kindermedien-Festival Goldener Spatz geleitet.

00:15:20: Du bist seit Jahrzehntzwanzig im Vorstand des Fördervereins Deutscher Kinderfilm, jetzt Co-Studienleiterin der Akademie für Kindermedien.

00:15:27: und wenn wir mal bei dir auch gucken wo du denn eigentlich vom Studium herkommst?

00:15:31: Du hast interkulturelle Studien Psychologie und Wirtschaftswissenschaften in Halle Andersale studiert und dann nochmal ein Master in Medienmanagement in Weimar und Lyon absolviert.

00:15:41: Und wenn man jetzt nur mal auf diese Fächerkombination deines Studiums schaut, dann taucht Laia das Thema Kindermedien auch erstmal gar nicht so unmittelbar auf.

00:15:49: Insofern muss es bei dir auch irgendwas gegeben haben, was da einen Funken geschlagen hat.

00:15:53: Das stelle ich jetzt mal.

00:15:54: Ist das so?

00:15:55: Ich

00:15:55: hab sogar versucht, dass Medien generell überhaupt nicht auftaucht in meinem Studium und dass ich Medienmanagement studiert habe.

00:16:02: Wo ja doch das Wort Medien drin ist hängt nur damit zusammen, dass sich unbedingt etwas Deutsch-Französisches studieren wollte.

00:16:09: Und eigentlich mein Interesse total im europäischen Kulturbereich und vor allem dem deutsch-französischen, indem ich zu Hause war ... bin gelegen hat und bin dann mehr oder weniger zufällig an diese Bauhausweimar- und Lyon Kombination gekommen.

00:16:28: Und bei mir war es so, dass ich am Ende des Masterstudiums einfach tierisch die Nase voll davon hatte in der Bibliothek zu

00:16:34: sitzen

00:16:36: kam aus so einem Hausarbeitsmarathon und sollte jetzt meine Masterarbeit schreiben.

00:16:41: Und habe nur weitere sechs Monate Bibliothek vor mir gesehen, das kann es nicht sein!

00:16:45: Ich muss hier noch mal raus bevor ich wieder sechs Monate drinnen sitze.

00:16:48: Und hab mich relativ blind auf Praktikum beworben was in meinem Uni-Postfach gelandet ist.

00:16:57: Dieses Praktikum war beim Förderverein deutscher Kinderfilm bei Hannah Reifgerst.

00:17:03: Beim besonderen Kinderfilm Und das war total super, wie du dir vorstellen kannst.

00:17:10: Sonst wäre ich nicht mehr hier und dieser Wunsch nicht in den Medien zu landen hat sich dann total repitiert weil die Menschen mit denen ich da zusammenarbeiten durfte im Team und auch die Menschen, die ich kennenlernen durfte dann damals auch im Rahmen vom goldenen Spatzen so eine angenehme und positive und wertschätzende Atmosphäre gegeben haben.

00:17:33: schon als Praktikantin Dass ich mir gedacht habe, irgendwie möchte ich hier doch gerne bleiben.

00:17:38: Hat dann nicht sofort nach dem Studium geklappt?

00:17:40: Ich hab immer so ein Fuß in der Tür gelassen und gesagt, ich will den Kontakt nicht ganz abbrechen lassen.

00:17:45: Wenn mal irgendwas bei euch kommt, erinnert euch bitte an mich.

00:17:50: Und so bin ich dann an ... Den Kids-Ridio-Job gekommen zum Beispiel.

00:17:55: Und hab darüber... Deswegen auch immer noch da bin.

00:17:57: ich.

00:17:57: meine nette Menschen mit denen man zusammenarbeitet ist ja das eine.

00:18:00: aber der zweite Grund warum es mich gehalten hat in der Branche war weil ich gemerkt habe, dass diese Fürsprecherinnenrolle für eine Bevölkerungsgruppe die selber so wenig gefragt wird und so wenig zu sagen hat.

00:18:17: Da hab' ich mich sehr wiedergefunden also etwas auch in meinem täglichen Arbeitsleben zu tun womit ich mich inhaltlich sehr identifizieren kann Dahinter stehen kann, wenn ich abends ins Bett gehe und mir denke, nee.

00:18:29: Ich hab jetzt hier nicht nur für eine Konzern noch ne Million mehr auf den Weg gebracht sondern ich habe für viele im Idealfall Millionen Kinder heute vielleicht irgendwas gemacht was für die bedeutet dass sie besser im Idealfall aufwachsen können.

00:18:45: das hat mir etwas gegeben und es gibt mir glaube auch immer noch was weswegen ich auch immer hier bin.

00:18:49: ja na schön Ja, das stellen mir glaube ich alle die wir in dieser Branche unterwegs sind immer wieder festnis ist was das atmosphärische angeht auf jeden fall auch eine besondere branche mit besonderen leuten.

00:19:00: Das würde ich auf jeden Fall aus so bestätigen.

00:19:02: und es ist schön dass du jetzt auch schon gesagt hast dass ihr beide euch ja auch schon länger kennt ist er in der tazo Und ihr habt ja unter anderem in dieser zeit die euch schon kennt auch mit dem podcast parole emil lange vor eurer Aufgabe als studienleiterin der akn So ne art audioakademie habe ich jetzt mal getauft auch schon ins leben gerufen.

00:19:20: Was verbirgt sich denn eigentlich in diesem Format?

00:19:22: Parole, E-Mail.

00:19:22: Und wie kam es zu diesem gemeinsamen Projekt?

00:19:25: Das ist unser Corona Baby Anna oder?

00:19:27: Ja, so ist

00:19:30: das!

00:19:30: Wir haben zu dem Zeitpunkt in derselben Stadt gewohnt und saßen aber einfach in diesen ganzen Lockdowns Zuhause rum und hatten das Gefühl dass wir komplett abgekoppelt von den sonst täglichen Austausch mit KollegInnen waren.

00:19:43: Ich habe dann ganz früh angefangen regelmäßig miteinander spazieren zu gehen im Park in Weimar Und irgendwann haben wir dann eigentlich so im Scherz gesagt, das sollten wir eigentlich aufnehmen.

00:19:52: Weil wir haben natürlich ganz viel geguckt und gelesen und in der Zeit uns halt irgendwie beschäftigt mit Dingen die verfügbar waren.

00:19:58: Das war ein bisschen der Startpunkt und wir haben es dann ein bisschen sehr ambitioniert als Magazinformat gegründet auch noch mit anderen Mitgliedern des Vereins alles im Ehrenamt um einfach einen Überblick zu geben.

00:20:10: was ist denn gerade los?

00:20:11: Was lohnt sich vielleicht dieser doch sehr überschütteten Medienlandschaft, einfach mal einen näheren Blick oder mal nen Versuch.

00:20:20: Und wir waren immer mit dem Ansatz auch wenn wir beide aus den Filmbereich kommen dass wir eigentlich offen sind für alle Medien.

00:20:25: also das heißt wir haben auch mal ein Instagram-Kanal empfohlen.

00:20:28: Wir haben Hörbücher dabei, wir haben Bücher dabei!

00:20:29: Wir haben Serien... Wir haben alte Filme, neue Filme Also ganz viele unterschiedliche Sachen besprochen.

00:20:35: Diese freiwilligen Struktur hat sich dann irgendwann verändert.

00:20:37: Irgendwann waren es nur noch Anne und ich die das gemacht haben Und ich wünschte, wir würden es regelmäßiger tun.

00:20:43: Aber wir führen das fort, dass wir uns immer mal wieder zusammensetzen an und ich sind ja relativ viel beruflich unterwegs, fahren zu vielen Festivals, nehmen an vielen Fachveranstaltungen teil.

00:20:52: Wir haben irgendwann was gespiegelt bekommen, dass viele Leute das total schätzen so einen Überblicksformat zu haben weil man's einfach nicht schafft überall hinzufahren.

00:21:00: Das heißt ein großer Teil dieses Podcast ist heute Wir erzählen, auf welchen Festivals waren wir.

00:21:05: Was zeichnet die aus?

00:21:06: Was gibt es da vielleicht für einen Schwerpunkt?

00:21:08: Was ist dann eine Neuentdeckung gewesen oder so ein Thema was da gerade in der Luft liegt?

00:21:12: und ja und dann kann man eine sehr schöne Kooperation mit dem Bundesverband Jugend und Film unter anderem wo wir auch noch bei den Nordischen Filmtagen so live Podcast Sessions mit veröffentlichen.

00:21:22: also das ist eigentlich so ein Liebhaber-Innenprojekt muss ich sagen.

00:21:25: und dann staun nicht doch immer wer uns drauf anspricht.

00:21:28: Also wie haben so das Gefühl und freuen uns, wenn noch andere dabei sind.

00:21:33: Aber ja also ich würde sagen eine kleine aber feine Hörerendengemeinschaft haben wir mittlerweile.

00:21:40: Und jetzt weiß ich nicht ob ich es erklären muss, aber ich möchte das jetzt nochmal tun weil ich mich so gefreut habe dass wir diesen Namen so gefunden haben Parole Emile.

00:21:49: und er erscheint am Dienstag wenn er dann erscheint, weil der kleine Dienstag ja in E-Mail und die Detektive ans Telefon geht.

00:21:57: Und kommunikativ der Knotenpunkt dieser Gruppe von Kindern in Berlin ist, die versucht dieses Geld für E-mail wiederzufinden.

00:22:06: Am Telefon sagen sie Parole Emil um zu wissen aus welchem Grund angerufen wird.

00:22:12: Wir sind im Prinzip die Parole Emile.

00:22:15: der Kindermedienbranche war unsere Idee.

00:22:17: wir sind der kommunikative Knotempunkt.

00:22:19: bei uns laufen vielleicht auch die Informationen auf, so war die Idee ursprünglich.

00:22:23: Deswegen dieser Podcast verändert sich mit unserer Arbeitsrealität.

00:22:27: Da wird jetzt sicherlich noch mal anders werden – vielleicht auch durch unsere gemeinsame Arbeit bei der Akademie für Kindermedien aber auch durch unseren anderen neuen und alten Arbeitsrollen, die wir haben.

00:22:38: Wir sitzen zwar am Telefon, aber man darf uns gerne anrufen und eine Nachricht abgeben bei uns in Form von einer Sprachnachricht oder so.

00:22:46: Wir sind der Knotenpunkt, der gerne benutzt werden

00:22:48: darf.".

00:22:49: Sehr schön.

00:22:50: Man merkt ja auch, sowohl wenn man diesen Podcast hört als auch wenn man euch jetzt schon hier in diesem Format gerade zuhört.

00:22:55: ihr kennt euch nicht nur schon sehr lange.

00:22:57: Ihr versteht euch offensichtlich auch ganz gut.

00:23:00: Von dem Hintergrund habe ich mich dann schon mal gefragt Wenn wir jetzt mal auf die Akademie für Kindermedien schauen und eben auch auf eurer neuen Rollen jetzt als Studienleiterin Wie geht dir diese Rollen rein?

00:23:08: Eher als Kolleginnen oder auch als Freundinnen?

00:23:11: Lässt sich das gut trennen voneinander?

00:23:13: Oder muss man das überhaupt trennen?

00:23:15: Das wäre eher meine Frage.

00:23:17: Also, ich glaube die Rollen muss man nicht trennen ehrlich gesagt.

00:23:21: Ich kann das verstehen wenn Leute da eine Grenze ziehen.

00:23:23: Man muss auch nicht mit allen Menschen befreundet sein mit denen man gerne zusammen arbeitet.

00:23:27: Das ist ein Recht dass alle haben.

00:23:30: aber ich muss sagen ich genieße es sehr Dass Anne und ich auch über die Arbeit hinaus sehr viele Überschneidungspunkte haben Und dadurch ist die Vertrauensbasis einfach oft total groß und tief weil wenn ich zu Anne sage sorry Aber das war echt nicht gut dann nimmt sie das nicht persönlich, sondern kann mit dem ehrlichen Feedback umgehen auf einer professionellen Ebene weil sie weiß dass ich sie nie verletzen würde.

00:23:52: und umgekehrt gibt es niemanden der so ehrlich die mir die Meinung sagen darf wie Anne.

00:23:57: Also ist es nicht nur sehr effizientes Arbeiten, sondern das entspricht mir zumindest sehr ...ich dann doch eher immer so eine No Bullshit-Attitüde habe.

00:24:06: Also ich komme dann lieber zur Sache, ich arbeite dann lieber für das Thema... ...für die Zielgruppe und spare mir den ganzen Chichi drum herum.

00:24:13: Und wenn ich dann so jemanden hab wie Anne, der einfach auch den Finger in die Wunde legen kann und darf und sagt ehrlich, es sitzt nicht!

00:24:18: Lass uns mal neu denken!

00:24:20: Dann weiß ich, dass ist immer in dem Wissen und im Wollen das Beste für alle rauszuholen und nicht um jetzt irgendwie Ego auszuspielen.

00:24:27: Das ist natürlich sehr von Vorteil eben diese Freundschaftsebene zu haben plus Wir sind beide, glaube ich auch privat in relativ ähnlichen Umständen.

00:24:38: Das heißt da gibt es viel Verständnis auch dafür.

00:24:40: wenn jemand sagt sorry aber jetzt sind gerade nur den wichtiger hier muss das überleben gesichert werden dann gibt's da auch nicht dieses oh ja sie nimmt mich nicht ernst und sondern das ist wirklich.

00:24:52: also das weiß gar nicht ob ich dir das oft genug sage Anna Schätze ich sehr an unserer Zusammenarbeit, also dieses Vertrauen auf der einen Seite und diese absolute Offenheit für Feedback- und Weiterentwicklung auf der anderen.

00:25:05: Das darf ich gerne einfach so zurückgeben und es sind nicht nur die Nudeln, die wichtiger sind sondern wir können auch beim Geschirrspieler ausräumen mit dem Telefon unter dem Ohr geklemmt zusammen über einen Antrag diskutieren.

00:25:18: Und kannst du noch mal kurz in der Excel-Tabelle nachgucken?

00:25:21: Das führt natürlich zu solchen amüsant absurden Situationen und das führt dazu dass wir beim Koreaner in Lüberg sitzen können und sowohl über Privates als auch zwischendurch erwarte ich habe jetzt gerade mich daran erinnert XY zur Akademie fragen, können wir nochmal ganz kurz zehn Minuten Exkurs machen und so wirklich auch das Arbeiten in ein sehr angenehmes Umfeld bringen.

00:25:43: Weil ich glaube es geht uns allen so im Medienbereich.

00:25:45: Wir arbeiten viel!

00:25:47: Auch zu Tages- und Nachtzeiten die manchmal von Menschen außerhalb der Medienbranche in klassischeren Berufen vielleicht so nicht ganz nachvollzogen werden können.

00:25:58: aber wenn man das dann auch an netten Orten machen kann umso schöner

00:26:03: Netter Ort, das ist doch dann ein gutes Stichwort.

00:26:05: Da gucken wir uns jetzt wirklich mal den netten Ort der Akademie für Kindermedien an.

00:26:09: Ich würde gerne einmal so'n bisschen den Rückgriff machen auf die Gründungsgeschichte dieser Akadomie.

00:26:14: Es gab zwar schonmal eine Folge auch hier in diesem Podcast mit Thomas Heiler Eurem Vorgänger quasi bei der Akademie Der auch schon mal was dazu erzählt, da zieht er aber schon einige Zeit zurück und ihr seid ja nun noch zwei ganz neue Personen Die vielleicht auch Dinge anders tun und anders auf die Dinge schauen.

00:26:28: Deswegen lasst uns vielleicht mal wirklich einsteigen Mit dieser Frage welcher Gründung Gedanke denn eigentlich dieser Akademie zugrunde liegt.

00:26:34: Warum ist die seinerzeit, ich glaube im Jahr zweitausend war es überhaupt ins Leben gerufen worden?

00:26:40: Tatsächlich war das eine meiner ersten Aufgaben in der neuen Rolle als Studienleitung bei verschiedenen Formaten des AKM-Inner Nutshell Program zu machen.

00:26:52: Nicht, dass ich das jetzt vorhabe als Vortrag zu machen.

00:26:54: Aber wirklich in a nutshell also in der Essenz die akademie für kindermedien ist kein gebäude wir sind keine universität sondern wir sind eher ein gedanke würde ich sagen.

00:27:05: streng genommen sind wie ein projekt ein projekt des fördervereins deutscher kinderfilm was jedes jahr auch neu finanziert werden muss und dieser Förderverein deutscher Kinder filmen der es ende der siebziger Jahre in westdeutschland gegründet worden mit dem dass das irgendwie nicht so okay ist, wie gerade die Filmlandschaft für Kinder aussieht.

00:27:24: Es gibt zu wenig gute und unabhängige Kinderfilme für die Kinder, die jetzt gerade groß werden in der Bundesrepublik Und es muss einen Verein geben, der sich auch politisch stark macht für dieses Recht nach einer diversen Medienlandschaft.

00:27:38: Viele viele Jahrzehnte des Lobbyings später hatte sich diese Situation letztlich noch verschärft.

00:27:44: Also Ende der Achtzigerjahre gab es eigentlich nur noch große Markenverfilmungen und Arthaus-Kinderfilmen war so gut wie gar nicht mehr existent in der BRD, ganz anders in der DDR – da spreche ich mal jetzt nicht drüber – aber das vergisst man immer, dass in dem anderen Teil Deutschlands es eine sehr blühende Kinderfilmlandschaft gibt.

00:28:00: Und dann passierte plötzlich Pünktchen und Anton Karoline Link hat diesen Buchklassiker verfilmt und über eine Million Menschen sind ins Kino gegangen Und plötzlich war dieses Thema das Kinderfilms in allen Köpfen.

00:28:14: Also warum funktioniert dieser Film und warum haben die anderen vorher vielleicht nicht funktioniert?

00:28:19: Gibt es da irgendwie eine Lücke?

00:28:22: Wenn es dann so ist, dass es plötzlich einen magnetischen Moment gibt also ein Projekt eine Gravitation entfaltet, dann wollen immer Leute das auch machen.

00:28:30: Es gab aber niemanden in der BRD, der wirklich erzählen konnte vor Kinder.

00:28:35: Es gab keine Universität die das unterrichtet hat.

00:28:37: es gab sonst keine Weiterbildungsmöglichkeiten außer die, die das schon immer aus Überzeugung getan haben.

00:28:43: ich sage jetzt mal so Leute wie Arendt Akte und so weiter Haag-Bohmen und Leute die da super aktiv waren.

00:28:49: Und in dem Gedanken wurde dann zweitausend die Akademie für Kindermedien von Margrethe Albers und Thomas Heiler gegründet Die zu dem Zeitpunkt schon sehr sehr aktivistisch unterwegs war, Jahrzehnte des Lobbings Und die haben an der HFF damals, Konrad Wolf in Potsdam ein erstes Seminar eine erste Miniakademie angeboten.

00:29:08: Das war der Startpunkt und von da hat sich das alles entwickelt.

00:29:11: Es gab erst immer eine Sommer- und Winterakadmie also zwei Programme sozusagen pro Jahr bis dann einige Jahre später dass diese jährliche Stipendiatin struktur überführt wurde.

00:29:23: Die Akademie für Kindermedien ist nach wie vor ein Ort wo es darum geht Menschen, die sich interessieren für Kinder und Jugendliche zu erzählen.

00:29:32: Weiterbilden können, wo sie sich mit Kolleginnen austauschen können.

00:29:36: Wo es darum geht den Blick zu weiten und alles dahinter fragen und vor allem auch die Zielgruppe kennenzulernen.

00:29:41: also dieser Ursprungsgedanke dieses qualitätsvollens Erzählen für die junge Zielgruppel mit der der Verein gegründet wurde, mit der die Akademie gegründe wurde das ist unsere DNA.

00:29:50: Also die ist kristall klar bei der akademie Für Kindermedien.

00:29:53: Die Ausprägungsform hat sich immer wieder verändert.

00:29:57: Und da sind wir jetzt nur die nächste Evolutionsstufe, würde ich sagen.

00:30:01: und diese Lücke, die du da beschreibst also das ist gar kein Ausbildungsweg dafür gab damals wenn man im Bereich Kindermedien sich qualifizieren möchte Das muss man ja eigentlich so festhalten Die besteht ja heute im Grunde genommen immer noch genauso.

00:30:13: Also tatsächlich, es gibt einige DozentInnen an Filmuniversitäten oder Filmhochschulen die das so subkutan mitvermitteln.

00:30:21: Das sind dann sehr überzeugte Dramaturgie-ProfessorInnen, die das auch mal als Spezialseminar machen.

00:30:26: Aber ehrlich gesagt ist hat sich nichts verändert.

00:30:28: also ich glaube auch die Situation in den Achtzigern in meinem Studium... Ich hatte einen ganz ganz tollen Professor von der DEFA, von der besagten DDR von dem DDR-Filmstudio, der zu mir gesagt hat Es gibt nichts was schwieriger is'.

00:30:41: als Komödie oder Kinderfilm.

00:30:43: Lass dir nichts anderes erzählen!

00:30:44: Das war der einzige, der das mal einen in den Mund genommen hat, dass es wertvoll ist für junge Menschen zu schreiben.

00:30:49: und ja ich will bedauern das sehr, dass das nach wie vor nicht im Kurikulum dauerhaft verankert ist.

00:30:55: bei Filmuniversitäten aber letztlich auch Medienmanagement Anne hast du jemals was von Kinderfilmen gehört?

00:31:00: visuelle Kommunikation also Kommunikations für Kinder für Jugendliche spielt überhaupt keine Rolle in diesen ganzen Studiengängen.

00:31:06: und da ist die Akademie nach wie Vor immer noch mit einem Alleinstellungsmerkmal unterwegs

00:31:11: Was jetzt man sagen könnte, was gut für uns ist.

00:31:13: Damit die Akademie weiter bestehen kann aber was gleichzeitig auch ein totales Armutszeugnis für unsere Gesellschaft und für die Ausbildungslandschaft in Deutschland ist weil wie Hannah sagt das sind dann einzelne ÜberzeugungstäterInnen die Gastprofessuren oder Dozentoren haben Die das dann mal als Einsehminar mitmachen.

00:31:30: Aber dass man auf die Idee kommen würde Das Ist nicht nur eine Lehrstuhl für immersive Medienbrauch oder so Sondern dass es vielleicht auch eine Lehr Stuhl Für Kindermedien geben können.

00:31:42: Ich finde den Gedanken eigentlich, der liegt nicht so fern und trotzdem scheint denen niemand an den entsprechenden Stellen zu haben oder zu verfolgen.

00:31:50: Ist strukturell nicht wirklich gut verankert bislang?

00:31:53: Das kann man festhalten.

00:31:55: Wer will jetzt aber nochmal auf die Menschen schauen, die ansprechen wollen quasi also euer Zielpublikum für die Akademie.

00:31:59: mit wem habt ihr es denn da eigentlich zu tun?

00:32:01: Für wen ist dieses Angebot konzipiert?

00:32:07: Ein Angebot für Menschen mit Schreibroutine, würde ich mal sagen.

00:32:11: Sowohl Autor in den Drehbuchautorinnen die schon professionell schreiben aber wir heißen auch QuereinsteigerInnen willkommen und das Wichtige dabei ist immer dass sie irgendwie schon wissen wie man Worte hintereinander auf ein Blatt Papier bringt so dass andere Menschen es auch lesen wollen.

00:32:26: ob das jetzt eine Drehbuchform ist oder ob das improser Form ist Ist da auch erstmal ziemlich egal.

00:32:32: Wir haben die Gruppen Buchfilm und Serie.

00:32:35: also man kann auch in sehr unterschiedlichen Medienbereiche bei uns dem Akademiejahr eintauchen.

00:32:41: und jetzt habe ich erst gedacht, als du gefragt hast die Zielgruppe.

00:32:44: Du meinst die Kinder aber genau das ist auch oft eine Fehlannahme wenn man dann über den Förderverein deutscher Kinderfilm oder die Akademie für Kindermedien spricht dass dann alle automatisch glauben ah ja ihr macht ja was für Kinder und uns halt nicht so ernst nehmen ne?

00:32:59: Nein wir machen etwas Für Erwachsene die wiederum etwas für Kinder schreiben wollen.

00:33:06: Und jetzt, Hannah hast du vorhin schon auch erzählt.

00:33:08: Die Akademie gibt es schon einige Jahre und Thomas Heiler und Margret Albers haben sie gegründet das über viele Jahre auch wirklich in der Rolle als Studienleiterinnen quasi gemacht.

00:33:17: Wie groß sind denn die Fußstapfen, die die beiden euch hinterlassen haben?

00:33:20: In dir jetzt reintreht?

00:33:23: Die Frage kriegen wir tatsächlich häufiger.

00:33:25: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil Margit und Thomas da natürlich was einzigartiges aufgebaut haben und die das geschafft haben über fünfundzwanzig Jahre das immer weiterzuentwickeln.

00:33:35: Das heißt es sind viele verschiedene Fußstadt von denen wir davor finden.

00:33:38: Viele Wege sind schon gegangen, sie sind dann wieder verlassen worden, weil sich die Medienlandschaft verändert hat.

00:33:44: Ich meine wer hätte vor zehn Jahren sagen können dass wir mal mit Streamern zu tun haben?

00:33:48: Dass irgendwann keine CDs und DVDs mehr eine Rolle spielen usw.. Das heißt, da gab es immer viel Weiterentwicklung und ich zumindest kann sagen.

00:33:58: Ich hatte das Glück dass sich relativ früh an meinem beruflichen Anfang Kontakt mit Mariette und Thomas hatte.

00:34:06: die haben eine sehr wichtige Rolle bei mir gespielt um mich auf meinen Weg in die Kindermedien zu bestärken.

00:34:13: deswegen war mir die Akademie immer nah.

00:34:16: zwar dann totaler Wunschtraum der in Erfüllung gegangen ist, als ich da als Kommentorin angefangen habe zu arbeiten.

00:34:22: So gesehen kenne ich die Akademie auch aus einer anderen Perspektive haben wir ja schon gehört aber es ist natürlich jetzt auch da eine Leitungsposition zu sein.

00:34:30: noch mal ne ganz andere Verantwortung und Ich muss aber sagen die schuhe sich mir gerne an.

00:34:35: also ich hab total Lust drauf gerade auch mit Anne die Akademie weiterzuentwickeln eine ziemliche Verantwortung dieses Projekt jedes Jahr neu zu finanzieren.

00:34:46: Da hängen viele, viele unsichtbare Dinge dran die man überhaupt nicht weiß wenn man dann am elften Juni da die Leute auf der Bühne sieht und die Projekte sieht und so soll das ja auch sein.

00:34:55: wir wollen ja dass die Projkte und die Talente die da entwickelt werden im Zentrum stehen.

00:35:00: also gesehen sind es viele verschiedene Paare Schuhe die wir hier stehen haben und Wir sind aber durch diesen einmaligen Übergabeprozess einfach in der Situation nicht hektisch ein paar Wählen zu müssen, sondern wir können ganz genau prüfen.

00:35:16: Wie machen wir unsere Aufgabenverteilung untereinander?

00:35:20: Wir halten die Struktur bei und was müssen wir verändern?

00:35:23: Es werden natürlich viele Impulse an uns herangetragen.

00:35:25: Was ist es uns wert, das sofort umzusetzen, was parken wir?

00:35:28: Und da haben wir jetzt tatsächlich die Luft gehabt, das Ganze in Ruhe anzugehen und deswegen fühlen sich jetzt – Anna kann es gleich noch einmal sagen auf mich – die Fußstapfen schon ein klein bisschen sortierter und überschaubarer an.

00:35:42: Und trotzdem in dem Wissen so einen Traditionsprojekt mit fünfundzwanzig Jahren Backstory zu übernehmen, das ist schon auch so ein bisschen ja mit Erfurcht und sehr viel Respekt verbunden.

00:35:56: Ich muss sagen, ich mag dein Bild total gerne.

00:35:58: Dass es nicht ein paar oder zwei Paar sind ja zwei Menschen große Fußstapfen sind sondern dass das ganz viele unterschiedliche Fußabdrücke sind weil das für mich die Möglichkeit gibt das Bild sofort zu führen.

00:36:08: einige Fuß stapfen konnten wir mit Margret und Thomas in diesem sehr außergewöhnlichen Übergabeprozess schon erkunden.

00:36:15: Und wir sind aber auch beide sehr in dem Wissen, dass wenn wir auf unserem Weg an ein paar Fußabdrücke geraten die uns Fragezeichen in den Kopf werfen weil wir irgendwie mit denen vorher noch keine Berührung hatten dann sind da zwei Menschen ihre Expertise weitergeben wollen, die ansprechbar für uns sind.

00:36:35: Also Margaret und Thomas sind ja nicht weg!

00:36:37: Die geben uns den Raum, den wir wollen und den wir brauchen.

00:36:40: aber wenn wir anrufen und sagen SOS hier ist ein paar Fußstapfen what the bird song?

00:36:45: Was machen wir denn jetzt damit?

00:36:47: Dann sind das die letzten die sagen nö-nö also ihr habt es jetzt aber übernommen das ist jetzt irgendwie...das ist jetzt euer Ding und das meine ich auch mit diesem...also dieses Gefühl was sich ganz zu Beginn als Praktikantin hatte dieser Atmosphäre, in die man reinkommt.

00:37:01: Das hat damals auch mit Margaret und Thomas und eben mit Hannah zu tun gehabt ne?

00:37:04: Und das führt sich jetzt auch in diesem Übergabeprozess sofort.

00:37:07: Es ist ein Prozess des Gebens und nicht des Egos wo ich bewahren möchte was Ich hier tolles geschaffen habe Sondern ich mache das für die Sache.

00:37:18: Deswegen gebe ich so viel wie ich kann auch weiter und stehe für Fragen bereit damit Die sache um dies geht und nicht ich persönlich die bestmöglichen Ausgangssituation.

00:37:29: Du hast es gerade jetzt schon angesprochen, dass der Übergabe-Prozess euer Onboarding in euren neuen Rollen schon auch besonders war.

00:37:36: Schon von außen drauf geschaut kriegt man das ja auch mit weil ihr wirklich so ein Stufenmodell im Grunde genommen entwickelt habt.

00:37:41: Das lohnt sich da auch.

00:37:42: mal kurz darauf zu schauen glaube ich, weil das hat fast Vorbildcharakter würde ich sagen im Kontext von Organisationsentwicklung.

00:37:48: Könnte dir das mal ein bisschen beschreiben wie genau das eigentlich gelaufen ist und wir diesen Prozess so erlebt haben?

00:37:54: Ja, ich kann das versuchen.

00:37:56: Ich wollte

00:37:56: gerade sagen du als Oehlerin was aus professioneller Sichtweise tun wir da eigentlich?

00:38:03: Es ist ja immer schwierig die eigenen Prozesse zu analysieren.

00:38:05: aber ja das ganze hat damit angefangen dass vor über zweieinhalb Jahren mittlerweile Margit und Thomas mit dem Gedanken auf uns zugekommen sind absehbar die Akademie für Kindermedien in neue Hände geben wollen.

00:38:20: Und sie haben Anne und mich als Team angesprochen, also es waren von Anfang an wir beide zusammen.

00:38:27: Wir haben dann gemeinsam uns zusammengesetzt.

00:38:30: Anne und ich erst mal und haben unsere ganzen Fragen aufgeschrieben.

00:38:35: Dann mit Margit und Thomas und eigentlich so das Wichtigste für uns war dürfen wir was verändern?

00:38:40: Also wenn wir das übernehmen sind wir verpflichtetes zu mumifizieren oder was kann unser Teil in dem Ganzen sein?

00:38:48: Weil für Anne und mich war das klar, wir würden das gerne machen.

00:38:51: Aber wir wollen es weiterentwickeln!

00:38:52: Wir wollen es nicht konservieren wie es ist Und da haben wir offene Türen eingerannt.

00:38:58: Die haben beide ganz klar gesagt Das war immer der Esprit der Akademie Dass Veränderungen vorgenommen werden die notwendig sind dass Platz für Experimente ist, dass man Dinge ausprobieren kann Und dann haben wir einen überlattenden Übergabeprozess beschlossen.

00:39:13: Also ich bin als Dritte in die Studienleitung mit eingestiegen.

00:39:17: Ich bin ein Jahr parallel mit Margret und Thomas gelaufen.

00:39:21: Die haben dafür gesorgt, dass wir obwohl wir keinen Mittelaufwuchs hatten in der Zeit das ich auch bezahlt werden konnte.

00:39:28: Das heißt wir haben die Arbeit durch drei geteilt.

00:39:30: Ich hatte die Möglichkeit alle Fragen zu stellen jedem über die Schulter zu gucken.

00:39:34: ganz viele Kontakte, die persönlicher Natur sind an mich übergeben worden.

00:39:38: dann haben wir letztes Jahr im Juni um zwanzig Margret verabschiedet.

00:39:42: das war die erste die dann gegangen ist.

00:39:44: es war ihr Wunsch.

00:39:45: Jetzt war Thomas mit uns das zweite Jahr noch in der Studienleitung als Dreigestirn dabei.

00:39:51: Wir haben Anne angelandet, in dem Moment wo Margit raus ist es Anne quasi in diese Dreierkonstellation eingestiegen.

00:39:58: wir haben uns schon viel besser eingegroovt.

00:40:01: auf was können wir machen?

00:40:02: Wir sind ja jetzt auch schon in der Finanzierung des neuen Jahrgangs und jetzt begleiten wir Thomas gerade raus.

00:40:07: also er wird in wenigen Tagen seinen Abschied nehmen Und das zweite Jahr war natürlich dann auch schon von Veränderungen sehr geprägt.

00:40:14: Wir haben schon ein paar Sachen, kleine Sachen ausprobiert immer in dem Wissen dass wenn irgendwo eine Lücke ist und dieses ach hätten wir doch mal gefragt entsteht, dass wir magelt nur einen Telefonhörer entstand haben.

00:40:29: Sie ist ja auch immer noch in unserem Netzwerk sie ist im Förderverein aktiv, sie machte andere Projekte und so wird es mit Thomas auch sein.

00:40:34: also es gibt ne ganz starke Verbundenheit.

00:40:37: aber ich war auch im ersten mit gleichrangig Entscheidungsberechtigt.

00:40:41: Und das muss ich nochmal hier sagen, dass es außergewöhnlich ist, sich eine Organisation diese Zeit nimmt aber auch für die beiden Gründerinnen der Akademie für Kindermedien mit dieser menschlichen Größe die nächste Generation anzulanden.

00:40:57: Das erfordert nicht nur Weitsicht sondern auch den Willen einen Steigbügel zu halten und Dinge zu erklären, die vielleicht offensichtlich sind wenn man schon dreißig Jahre Berufserfahrung mehr hat persönliche Kontakte weiterzugeben, die ja auch gewachsen sind.

00:41:12: Und das war ein ganz, ganz positiver wohliger Prozess.

00:41:15: Natürlich sind Abschiede auch traurig aber dadurch dass wir jetzt schon im zweiten Jahr sind... Also ich merke es ist gut so!

00:41:23: Wir sind jetzt auch als Zweiherteam bereit und Es wird sicher anders werden als mit Margrethe und Thomas, aber unser Ziel ist es auf jeden Fall mindestens genauso gut zu machen.

00:41:33: Und das Schöne ist dadurch auch dass wir jetzt zwei Jahre hatten also zwei Jahre die Card Blanche hatten wirklich alles in Frage zu stellen.

00:41:41: Also erst Hannah an den Jahr lang und jetzt habe ich einen Jahr lang wirklich an jeder Stelle.

00:41:44: und warum machen wir das eigentlich so?

00:41:47: Also auch so Dinge, die ja wirklich vielen Projekten mal gut tun würden, dass da jemand reinkommt und fragt Warum Machen Wir Das Eigentlich So?

00:41:53: Wenn Die Antwort Ist Naja weil wir das schon immer gemacht haben Ist das vielleicht der Punkt, über den man nachdenken könnte?

00:41:58: Das meint Hannah auch mit diesen kleinen Dingen.

00:42:01: Die aufgrund dieser Fragen irgendwie aufgeploppt sind und wo dann auch ganz oft kommt ja lass uns es doch mal anders ausprobieren und dann ist oft auch was Gutes dabei rausgekommen.

00:42:09: Das ist auch einfach ein Luxus.

00:42:10: ne weil über zwei Jahre diesen detaillierten Blick drauf zu haben dass schon auch etwas ganz außergewöhnliches

00:42:18: Ja würde ich auf jeden Fall aus der Außenperspektive auch so bestätigen.

00:42:21: das ist schon echt besonders.

00:42:22: Die nächste Frage mag dann in dem Kontext vielleicht was ein bisschen profan sein und gleichzeitig könnte man wahrscheinlich jetzt eine Stunde drüber sprechen.

00:42:28: Was macht ihr denn eigentlich an eurer Rolle als Studienleiterin?

00:42:32: an der Akademie.

00:42:32: Also wir kommen dann nachher noch mal drauf, es gibt ja auch MentorInnen und so die viel inhaltliche Arbeit für euch mitgestalten.

00:42:38: Da stellt sich ja fast zwangsläufig die Frage was habt ihr denn da noch zu tun?

00:42:41: Etwas ketzerisch

00:42:42: gefragt!

00:42:43: Wir haben unter anderem ein großes Aufgabenpaket das oft glaube ich relativ unsichtbar ist aber wirklich viel Zeit.

00:42:50: Einemt ist dafür zu sorgen dass die Akadémie überhaupt stattfinden kann sprich überhaupt Anträge zur Stellende Finanzierung zusammenzubekommen in Kontakt zu sein, sowohl mit Förderinstitutionen als auch zum Beispiel mit unseren Kooperationspartnern.

00:43:07: Wie Kika ZDF Audible Mixed Vision Verlag haben wir aktuell an Bord das sind ja Dinge die regelmäßig gepflegt werden wollen.

00:43:14: also wirklich das Grundgerüstakademie überhaupt aufzustellen.

00:43:17: Das nimmt wirklich viel Zeit unserer Arbeit ein.

00:43:21: Und dann das Team zusammenzustellen.

00:43:24: Ein Team, was miteinander funktioniert dafür zu sorgen, dass es eben keinen Stillstand gibt, was Magrette und Thomas uns ja auch vorgelebt haben immer wieder den Markt zu analysieren, zu gucken, was braucht es eigentlich?

00:43:35: Wer sind die richtigen Menschen dafür?

00:43:36: Welche externen Expertinnen holt man sich zum Kern-Team noch rein?

00:43:41: Welcher Veranstaltungen würden sowohl nur für den kleinen Kern als auch Veranstaltung wo externe Leute mit dazu kommen können?

00:43:50: Was würde das Portfolio der Akademie da sinnvoll ergänzen?

00:43:54: Hanna ergänzt mich, wo wir gerade beim Ergänzend sind.

00:43:58: Ja ich meine dass ist quasi die eine Sachebene, die andere hat sehr viel mit Soft Skills zu tun.

00:44:03: also die Akademie ist ja letztlich ein Workshop-Programm, es sind mehrere Module wenn wir glaube ich auch noch mal darüber reden.

00:44:12: Aber wie sind die aufgebaut, dass das ein sicherer aber kreativer Ort ist?

00:44:16: Und wir haben den Anspruch, dass es eine sehr holistische Angelegenheit ist.

00:44:21: Das heißt, es geht nicht nur um den größtmöglichen Output von Projekten sondern es geht auch um die Förderung und Entwicklung von Menschen und dafür die besten Bedingungen zu sorgen also nicht nur die interessantesten Vortragenden zu akquirieren die richtigen Orte zu haben, den richtigen Aufbau der Module zu haben.

00:44:40: Die richtigen Begleiterinnen sind lauter tausend kleine Entscheidungen.

00:44:46: wie genau sieht die Abschlusspräsentation aus?

00:44:48: Dass es für die Stipendiat-Innen ein Abschluss ist aber dass das auch ein professioneller Auftritt ist, der hoffentlich die besten Marktschancen für die Projekte ermöglicht.

00:44:56: Das ist gar nicht so einfach, das zu machen und da noch mal nachzudenken, okay wann passiert was?

00:45:02: Das ist mit unserer Aufgabe.

00:45:03: Das heißt im Besten Sinne für die inhaltliche Gesamtkonzeption zuständig und müssen auch noch die Kohle zusammenkriegen.

00:45:12: Also wie Regie- und Produktion in einem?

00:45:16: Ja!

00:45:16: Und direkt wieder ein schönes Bild gefunden.

00:45:19: Schön, also du hast das gerade schon gesagt wir gehen auf jeden Fall gleich nochmal bisschen auf den Aufbau dieser Workshop-Module und so ein.

00:45:25: ich würde aber jetzt zwischendurch erstmal eine kleine Abzweigung mit euch nehmen wollen dass wir nämlich auch nochmal ein bisschen über Inhalte sprechen.

00:45:31: ihr habt es eben schon mal so angedeutet ne dass es dadurch aus ein paar Defizite gibt die ihr mit der Akademie für Kindermedien, ja bestenfalls sage ich mal auch ein bisschen aus den Weg räumen wollt.

00:45:40: Und ich habe mich gefragt wie kommen wir denn jetzt mal so ein bisschen ins Gespräch über inhaltliche Fragen?

00:45:45: und habe dafür einmal mehr wieder die KI bemüht.

00:45:48: das mache ich inzwischen gerne und häufiger Mal an diesem Format weil da hat man es ja oft dann mit Annahmen zu tun von dem man nicht so richtig weiß treffen sie so eigentlich zu oder nicht?

00:45:56: Ich habe dich KI also gefragt nenne mir zehn Merkmale die charakterisierend Und ich habe auch verlässlich zehn Merkmale bekommen.

00:46:05: Ich hab die unverändert jetzt mal so übernommen und ich würde die gerne mal der Reihen nach mit euch so durchgehen und also euer spontanes Feedback dazu einholen, wie ihr euch da zu positioniert ob das so stimmt oder ob da auch Falsch-Annahmen dabei sind.

00:46:16: Vielleicht kommen wir darüber noch einmal so bisschen ins Gespräch was ihr in der Akademie da eigentlich vermitteln wollt oder im Zweifelsfall den Leuten auch austreiben wollt?

00:46:23: Okay bereit!

00:46:24: Ich bin gespannt.

00:46:25: Schön fangen wir mal mit dem ersten Punkt an einfache und verständliche Sprache.

00:46:30: Inhalte sind sprachlich an das Alter der Kinder angepasst mit kurzen Setzen und leichtverständlichem Wortschatz.

00:46:35: Könntet ihr da so mitgehen?

00:46:38: Das kommt super auf die Altersgruppe an, das ruft bei mir gerade intensive Gefühle hervor weil ich habe einen kleinen Kind zu Hause aber mittlerweile ziemlich großes Kleinkind und dieses Kind hängt immer noch sehr am Bobo sieben Schläfer und ich finde nichts schlimmer als diese drei Wortsätze in Bobo sieben Schlefer oder zwei Wort.

00:47:01: Und dann denke ich mir ja, in einer bestimmten Altersgruppe also für Zweijährige ist sicher Boboball genau das Richtige in der Sprachentwicklung.

00:47:08: aber wenn wir da ein bisschen älter schon in die jungen Menschen reingehen Dann können die schon echt komplexe Dinge auch miterleben und da finde ich ehrlich gesagt diese Einschätzung von einfacher Sprache finde ich fast ein bisschen frech.

00:47:22: Also was auch wirklich junge Kinder zum Teil schon für sehr Komplexe Abhandlungen zu Dinosauriern mir präsentieren können.

00:47:31: Das möchte ich einen Erwachsenen erst mal sagen hören, also deswegen finde ich das unterschätzt die junge Zielgruppe sehr.

00:47:36: diese Aussage der KI

00:47:39: Ich würde das unterstreichen wollen.

00:47:41: Also ja vielleicht altersgemäße Sprache in dem Sinne dass man nicht jedes Fremdwort voraussetzen kann.

00:47:47: Aber ich glaube es geht eher darum eine wertschätzende Haltung der Zielgruppel zu entwickeln und eher bedarfsorientiert zu kommunizieren als jetzt per se einfach.

00:47:56: Du hast eben gerade schon gesagt, das muss man sich einen Gang klarmachen.

00:48:00: Wenn wir über Kinder sprechen als Zielgruppe dann haben wir es natürlich mit einer Superheterogen-Zielgruppe zu tun.

00:48:05: Kleinkinder haben da ganz andere Bedürfnisse und Erwartungshaltungen als jetzt zehnjährige Kinder.

00:48:09: Und trotzdem reden wir in allen Fällen von Kindern.

00:48:12: Ich denke, dass haben wir aber alle sicherlich so ein bisschen als Grundlage im Hinterkopf dabei.

00:48:16: Wir gucken mal wie wir das bei den anderen Punkten integriert kriegen.

00:48:20: Zweiter Punkt, den die KI ausgespuckt hat ist eine klare Handlung.

00:48:24: Die Geschichten folgen meist einer übersichtlichen Struktur mit klar erkennbarem Anfang Konflikt und Lösungen.

00:48:31: Möchtest du als Dramaturg anfangen?

00:48:35: Ich möchte dem widersprechen, also ich würde sagen es ist wichtig dass die meisten Kinder mir in irgendeine Form von Ende haben.

00:48:41: vor allem bei jüngeren Kindern ist so ein offenes Ende oder manchmal auch schwierig außerhalb je nachdem wie hoch auch so das Menge an Drama ist.

00:48:50: Also allein lassen.

00:48:51: mit bestimmten Themen sollte man sich vielleicht nicht klar strukturiert.

00:48:56: Klingt alles viel zu einfach, weil Kinder können durchaus mehr verstehen auch auf einer intuitiven Ebene.

00:49:01: Kinder können auch was mit Lyrik anfangen ohne dass das in der klaren Handlung folgt, einfach weil sie die Spaß an der Sprache haben.

00:49:08: Kinder lieben Experimentalfilme und die haben jetzt wirklich keine klarer Handlung in den meisten Fällen.

00:49:14: ich glaube das Bild Und der klaren Handlung ist eher vielleicht von Fernseheredaktionen so gepredigt, weil es bestimmte konfektionierte Formate sind denn auch ganz bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind.

00:49:26: Wenn man jetzt eher den Film kunst oder meinetwegen auch Buchkunst, also schaut euch an was für ganz tolle Bilderbücher gibt wo's eher um das Entdecken von Welten geht als eine klare Handlung.

00:49:38: Da würde ich jetzt auch nochmal Anne quasi Copy und Paste sagen.

00:49:42: Ich glaube da können wir die Zielgruppe durchaus mehr zutrauen

00:49:45: Und ich finde es auch interessant, wie hier wieder alle Kinder als Tiergruppe bei einem Kamm geschoren werden.

00:49:50: Also wo wir ja die einfache Sprache in der ersten Aussage hatten, die er wirklich eher auf sehr junge Kinder geht ist er hier zum Beispiel eher oder sie KI.

00:50:01: wenn man dann wieder wirklich an die jüngsten Kinogängerinnen denkt die vielleicht einen Siebzigfünfundsiebzig Minuten mit Anfang, Mitte Ende tatsächlich so nicht unbedingt mittragen sondern die wirklich mehrere Handlungsbögen brauchen also wo es nicht diese.

00:50:18: Ich weiß nicht wie du das vorgelesen hattest ich habe schon vergessen aber ich hab sofort gedacht was ist denn wenn so episodisch erzählt wird in dem Film weil's eben der Altersgruppe der er jüngeren angemessen ist?

00:50:27: also das wird da ja auch schon wieder völlig unterschlagen.

00:50:30: würde gerne ergänzen ich glaube worauf ich mich einlassen könnte is Kinder.

00:50:34: Medien AkteurInnen müssen genau wissen, was sie erzählen wollen.

00:50:38: Also eher im Sinne von innere Klarheit, was wir erzählen möchten und das kann in der Ausfragung total crazy und bunt sein.

00:50:47: Okay also weniger klare Handlungen sondern eher klare Haltung wenn man so möchte ja.

00:50:53: Ach schön!

00:50:54: Wir können uns auch ans Umformulieren dieser Thesen machen.

00:50:57: Ich lese euch mal die dritte vor.

00:50:59: Das Stichwort ist Identifikationsfiguren.

00:51:02: Hauptfiguren sind oft Kinder, Tiere oder fantasievolle Wesen mit denen sich junge Zuschauerinnen und Leser-Innen leicht identifizieren

00:51:09: können.

00:51:12: Das Off da drin ist okay!

00:51:13: Das heißt, das bedeutet ja es ist hier wird keine keine absolute Aussage getroffen.

00:51:20: Ja oft bei oft würde ich mitgehen was sich daran interessant finde oder an diesen generellen Gedanken der Identifikation interessant finde.

00:51:28: manchmal reicht ein einziges Merkmal aus.

00:51:30: ne also manchmal dass ist ein Mädchen was rote Haare hat.

00:51:34: Ich habe auch rote haare sonst sind die komplett unterschiedlich.

00:51:37: aber das ist so dieses eine verbindende Element Zuschauerin, wenn es ein Mädchen oder auch eine Junge der sich mit einem rothaarigen Mädchen, das ist rote Haare.

00:51:45: Ich habe irgendwie... ich identifiziere mich auch über meine roten Haare.

00:51:49: Das finde ich wahnsinnig spannend und wichtig dass man da eben dann auch ne Vielfalt auf dem Bildschirm oder im Buch sieht damit alle die Möglichkeit haben irgendwie eine Sache rauszupicken mit der sie sich identifiziert.

00:52:00: Es geht ja beim Thema Identifikationen auch weit über das Kind sein hinaus, oder?

00:52:04: Also in das was du gerade beschreibst.

00:52:05: Und es gibt noch ganz andere Merkmale die mich als Kind und als Menschen grundsätzlich ausmachen um mit denen ich mich identifiziere.

00:52:12: Insofern also mir fehlt da auch so ein bisschen dieser Diversitätsgedanke in der Aussage

00:52:16: Ja und es setzt auch wieder voraus, dass das größte Ziel ist Identifikation zu schaffen.

00:52:21: Also gerade wenn man bei den Älteren dann guckt da gibt's ja dann viele Filme oder Bücher die es eben nicht auf Identifikations auslegen sondern die eher sagen wir mal wachrütteln wollen oder so also sie dann eher auch einen Missstand aufzeigen und gar nicht jetzt um Mitgefühl und so weiter werben Sondern eher mit einer politischeren Agenda unterwegs sind wo Identifikation vielleicht jetzt nicht der erste Motor

00:52:46: ist.

00:52:48: Wobei da für mich immer Identifikation, also ich weiß nicht ob du in eine andere Richtung unterwegs bist als ich jetzt denke Hannah aber ich denk an das was vor Jahren so eingeschlagen ist if you can see it ,you can be it.

00:52:58: Was ja vor allem auch für Mädchen oder nicht cis gelesene Personen in der Branche Gott sei Dank Gehör gefunden hat dass wir eben auch zum Beispiel Frauen und Mädchen in Wissenschafts berufen oder Wissenschaftslaufbahnen auf der Leinenwand oder im Buch sehen wollen, um da auch eine Identifikation mit einer Person zu haben und darüber zu zeigen.

00:53:22: Ah das ist für mich auch möglich?

00:53:25: Ja ich denke jetzt eher so in Richtung Just wie Karl und morgen die ganze Welt.

00:53:32: also sagen wir mal so eher jugend orientierte Stoffe wo es nicht darum geht junge Menschen für ein politisches Spektrum anzuwerben weil sie sich identifizieren mit den Werten und so sondern eher zu zeigen wohin ein Abzweig dich führen kann, auf welche Abwege du geraten kannst.

00:53:49: Wenn du einmal den Kontakt mit einer bestimmten Person hat das ist dann vielleicht nicht die Identifikation für mich sondern diese beiden Beispiele führen zu dem Punkt wo wirklich gebrochen wird mit dem Moment der Identifikation.

00:54:02: also ich wollte sagen da gibt es verschiedene Varianten das auch zu erzählen im Kindermedienbereich wahrscheinlich für Jüngere wahrscheinlich eher nicht so.

00:54:09: Ich will jetzt nicht das eine Buch nennen, was mich meine ganze Schulzeit überall gequält hat.

00:54:14: Weil es so ein anliegend getriebenes Ding irgendwie war, was wir alle lesen mussten.

00:54:19: aber gibt's schon einige Sachen wo das mit der Identifikation nur bis zu einem gewissen Punkt funktionieren soll und gezielt darauf ausgelegt ist

00:54:28: Als wieder nicht so einfach ist.

00:54:29: die Antwort auf diese

00:54:31: dritte

00:54:31: Aussage, Thomas.

00:54:32: Ja wir wollen ja auch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis kommen in dem Sinne sondern es ist ja einfach nur ein Anlass zum Austausch sage ich mal und Anna du hast gerade schon einen Stichwort reingeworfen das würde den nächsten Punkt jetzt ein Stück weit glaube ich mitstreifen als du von politischer Haltung auch gesprochen hast.

00:54:46: Die KI hat daraus moralische Orientierung gemacht.

00:54:49: In einen Satz gefasst Kindermedien vermitteln häufig Werte wie Freundschaft Ehrlichkeit Mut Hilfsbereitschaft oder Gerechtigkeit.

00:54:57: Da ist

00:54:58: das Wort häufig auch wieder drin.

00:54:59: Ist jetzt nicht so absolut, aber

00:55:01: irgendwie langweilig.

00:55:02: ehrlich also wenn Kinder Medien nur vermitteln und dieses ja und ihr müsst gut zueinander sein es wird doch niemand sehen wollen wir doch auch nichts sehen.

00:55:10: Ich finde das schon gut, dass man sagt es gibt irgendwie ein Mehrwert.

00:55:16: Es wird einen Wert in den Zentrum von der Geschichte gestellt haben.

00:55:19: Aber ich finde, es darf niemals der Anlass sein für eine Geschichte und ich würde jetzt einmal Freundschaft ausklammern.

00:55:24: Freundschaft ist ja eines der Hauptthemen in Kindermedien schlechthin einfach weil es so prägende erste Beziehungen sind mit anderen Menschen außerhalb deines Familienkreises die du eingehst.

00:55:35: Natürlich ist Freundschaft eines der zentralen Themen von Kindermedien, aber das immer mit so einer moralischen Haltung zu verbinden finde ich ganz schrecklich.

00:55:45: Jetzt bin ich doch bei dem Buch was ich da lesen musste.

00:55:47: als Jugendliche und Kinder kann andere noch mal unter Mauern, sobald die merken dass du etwas von ihnen willst, dass du ihnen was beibringen willst sind sie weg.

00:55:56: Also das ist, wenn es didaktisch wird dann ist es uninteressant.

00:56:01: Und ich glaube, wenn man wirklich den Anspruch hat einen Diskurs aufzumachen über bestimmte Themen oder Werte Dann muss man das in der Art und Weise machen die für Kinder ansprechend ist und nicht mit dem Impetus.

00:56:15: du musst hier was lernen.

00:56:17: Ja, also da würde ich der KI unbedingt empfehlen sich mit der Keeping Up with Children as an Audience Studie auseinanderzusetzen.

00:56:25: Da gibt es nämlich auch die Zähnen... Zehn Key Findings.

00:56:29: und eines der Key Findungs ist, wenn es edukativ ist.

00:56:33: Und du mit der pädagogischen Keule um die Ecke kommst in deinem Film dann sind die Kinder raus wie Hannah gerade gesagt hat.

00:56:38: und an erster Stelle auf die Frage was möchtest Du, wenn Du einen Film guckst?

00:56:44: Wenn Du ins Kino gehst ist ich möchte unterhalten werden.

00:56:46: Ich möchte eine schöne Zeit haben!

00:56:49: Die Kinder haben gar nichts dagegen auch etwas zu lernen.

00:56:53: Die sind auch begeistert, wenn sie was lernen in dem Film.

00:56:56: Aber sobald Sie merken, dass da ein Erwachsener hintersteht, der wollte, dass sie genau das lernen!

00:57:01: Das war's?

00:57:01: Und

00:57:01: das schätzt von ein bisschen die Antennen des Jugendpublikum.

00:57:04: Ja

00:57:05: aber wir mögen es ja auch nicht oder?

00:57:07: Also wenn du im Film guckst und dir sagst, ja und du musst es jetzt gut finden und... ...das ist die richtige Haltung.

00:57:13: Da stellen sich mir schon sofort die Nackenhaare auf.

00:57:15: Da gehe ich schon allein, deswegen geh' ich dann schon auf die Barrikaden.

00:57:18: Ich bin auch ein Mensch, die super gerne lernt.

00:57:20: also so gesehen werden da eigentlich alle Türen offen, aber sobald man irgendetwas muss und das ist bei Kindern.

00:57:26: Das darf man nicht unterschätzen.

00:57:28: Kinder müssen die ganze Zeit... Die haben ganz wenig Zeit in ihrem Alltag wo sie mal selbst bestimmen können was sie tun.

00:57:33: Die gehen in den Kindergarten, die gehen in die Schule dann haben die Hobbys.

00:57:36: ständig sagt ihnen jemand das hast du nicht richtig zugebunden und jetzt ziehst du die Jacke an und dann guckst du einmal nach links und rechts wenn über die Straße geht es die einfachsten Dinge.

00:57:44: die sind total fremdbestimmt im ganzen Alltag.

00:57:47: und wenn die dann in ihrer Freizeit mal abschalten wollen ich bin übrigens eine große Verfechterin von Trash für Kinder.

00:57:53: Und dann müssen sie auch noch was lernen, das haben wir doch nicht.

00:57:56: Wir gucken doch mit Tüll und Tränen, wenn wir mal krank auf der Couch liegen oder?

00:58:01: Da will ich dann auch kein... ...educativen Film über.

00:58:05: wie kann ich mich mit meiner Freundin versöden irgendwie gucken.

00:58:08: Das ist jetzt ein bisschen sehr gemein aber Ich verstehe schon, was ich meine.

00:58:12: Der Anspruch

00:58:14: ist eine

00:58:14: merkwürdige Doppelmoral, die wir bei Kindern anwenden, dass sie immer lernen müssen und immer das tun wissen, was man ihnen sagt, was richtig ist aus hätten die keinen eigenen Kompass.

00:58:24: Ich glaube, dann können wir direkt einen zweiten Punkt aus dieser Liste auch mit abhaken.

00:58:28: Der taucht eigentlich ein bisschen später auf, ich ziehe ihn mal vor, Lern- und Förderaspekte.

00:58:31: Da tauchte er ja auch nochmal als Stichwort auf.

00:58:33: Viele Kindermedien fördern Sprache, Kreativität, soziales Verhalten oder Wissen über die Welt fällt so ein bisschen in denselben Bezugsragen, glaube ich, oder?

00:58:41: Ja, es spult kurz zurück.

00:58:43: Hört euch an was wird davor gesagt!

00:58:48: Alles klar.

00:58:50: Dann nehmen wir den Punkt altersgerechte Darstellung von Konflikten.

00:58:53: Probleme und Gefahren werden so gezeigt, dass die Kinder nicht überfordern oder verängstigen?

00:58:58: Da ist jetzt wieder die Frage was wir als Erwachsene interpretieren was Kinder überfordert.

00:59:04: also du hast ja vorhin schon gesagt Thomas es ist keine homogene Zielgruppe.

00:59:10: eine sechsjährige.

00:59:11: ein sechsjähriger ist nicht so wie ein anderer sechsjähriger das zieht sich so durch Und wir können ihnen deutlich mehr zutrauen.

00:59:21: Also, auch wenn wir wieder in diese Studie- Keeping Up with Children as an Audience gucken und auch die Researcher dahinter, die dieses Studio durchgeführt haben, die arbeiten ja auch mit Film- und Serienproduktionen zusammen und gucken immer wieder rein und lassen Kinder oder Jugendliche – je nachdem, wie die Zielgruppe ist – auch immer wieder in den Entwicklungsprozess des Stoffes mit reingucken.

00:59:44: Die Zusammenarbeiten mit dieser Art von Research zu ihrem Drehbuch haben ja offensichtlich schon mal begriffen, dass es sinnvoll ist, mit der Zielgruppe auf irgendeiner Art und Weise einen Kontakt zu treten.

00:59:53: Und sich regelmäßig Feedback in dem Prozess zu holen.

00:59:55: Deshalb schon mal ein guter Punkt.

00:59:56: das heißt die sind meistens auch offen dafür Dinge auszutesten und auch schon bisschen an paar Regeln zu drehen.

01:00:04: Dann kommt es trotzdem.

01:00:04: ganz oft wurde mir berichtet zu dem Punkt, dass Kinder dann trotzdem oder Jugendliche dann trotzdem feedbacken.

01:00:11: Das kann noch ein bisschen dunkler werden.

01:00:12: wir wollen da noch ein bisschen das Mystery, das Dunkle.

01:00:16: Da kann auch mehr!

01:00:17: Das ist das was uns interessiert an diesem Stoff.

01:00:19: Davon kann noch mehr.

01:00:20: und dann redest du mit den Drehbuchautoren innen und die sind aber wir haben schon so viel... Wir haben schon drei Schippen drauf gelegt von dem was wir eigentlich dachten, was geht?

01:00:29: Und die wollen noch

01:00:30: mehr?!

01:00:31: Ja, sie wollen nochmehr!

01:00:33: Also ja altersgerecht natürlich, aber die Frage ist, was wir denken, was alters gerecht ist.

01:00:40: Ja, ich würde nur ganz kurz ergänzen.

01:00:42: Man darf nicht vergessen Kinder leben in derselben Welt wie wir.

01:00:45: Das heißt alle Themen die bei uns aufschlagen schlagen in der einen oder anderen Form auch bei Kindern auf ne?

01:00:50: Die haben vielleicht noch mal ein Filter mehr darin weil sie dann Sachen die sie noch nicht komplett verstehen auch besser ausblenden können.

01:00:57: aber so gern wir Kinder beschützen wollen vor Krieg wo Ungerechtigkeit vor Konflikten die passieren ja trotzdem und die Art und Weise Wie wir darüber erzählen, bestimmt oft wie Kinder damit umgehen.

01:01:08: Also das heißt ich glaube nicht dass es sinnvoll ist, Kinder vor diesen Themen zu beschützen sondern ihnen eher Möglichkeiten des selbstbestimmten Handelns aufzuzeigen oder Hilfsangebote zu machen.

01:01:20: Das ist für mich... Ich würde unterstreichen was die KI sagt ja altersgerecht aber um die Ergänzung nicht aus dem Aspekt des Beschützenwollens sondern eher des Befähgen Wollens.

01:01:33: Ich fand dein Punkt gerade mit dem Filter nochmal total interessant, weil das glaube ich die hohe Kunst des Erzählens für Kinder ist.

01:01:41: Dinge so zu erzählen und dann auch der Regie dann wiederum so zu zeigen dass je nachdem was ich schon verstehen kann und verstehen will ist das was ich rausnehme also dass es bestimmte Dinge nicht grafisch super offensichtlich sind sondern dass eine Szene dargestellt wird, dass ich eben verstehe.

01:02:03: Oh da geht's!

01:02:04: Also als Erwachsene sitze ich manchmal drin denke oh Gott das können sie doch jetzt nicht machen.

01:02:07: und dann merkst du danach was das Filmgespräch mit den Kindern ist?

01:02:10: Und den Weg den ich in meinem Kopf gegangen bin weil ich schon echt wahrscheinlich hoffentlich mehr schlimme Sachen im Leben verstanden habe als eine zwölfjährige hat die Zwölfjährige eben einen ganz anderen Blick drauf.

01:02:24: Das ist schon ein Handwerk das so hinzukriegen, je nach Erfahrungsstand da was unterschiedlicheres rausgenommen werden kann.

01:02:32: Ach, schön!

01:02:34: Das geht für mich gut auf hier gerade.

01:02:35: Da sind eine Menge spannende Aspekte drin, was ihr so erzählt.

01:02:38: Ich finde doch das nach Spaß.

01:02:39: Ja, schön.

01:02:40: So soll es ja auch sein.

01:02:43: Ich habe noch ein paar für euch und der nächste ist auch ein Klassiker würde ich mal behaupten.

01:02:47: Stichwort Wiederholung und Rituale.

01:02:50: Wiederkehrende Elemente, feste Abläufe oder bekannte Sprüche helfen Kindern beim Verstehen und Wiedererkennen.

01:02:57: Kammer machen muss man nicht.

01:03:00: Also,

01:03:01: ich frag mich was das sein soll.

01:03:03: Wenn du jetzt eine große IP hast und du hast da einen Charakter der immer wieder den gleichen Spruch sagt – und man weiß aber wenn er den Spruch sagst dann passiert xy.

01:03:12: Kann das bestimmt irgendwie interessant sein vor allem für die Jüngeren?

01:03:17: Aber ich frage mich gerade bei Nestand Alone Geschichte….

01:03:22: Was ist das sein sollen?

01:03:23: Da fehlt mir vielleicht auch ein bisschen die Fantasie!

01:03:25: Ja, ich glaube es geht auch um anknüpfen der Rituale im Alltag.

01:03:28: Also dass du zum Beispiel... Du weißt was das bedeutet zum Fußballtraining zu gehen?

01:03:33: Du weisst was das ist bedeutet sich morgens das Butterbrot selber so schmieren.

01:03:36: wenn man in die Schule geht kann da ganz viele Dinge sein.

01:03:39: auf der anderen Seite ja also klar es gibt natürlich solche Slogans die total auch den Weg in die Popkultur gefunden haben.

01:03:46: sowas wie alles ist gut solange du wild bist.

01:03:48: sowas funktioniert total dann gut Wobei es auch noch eine gute Aussage ist, muss ich sagen.

01:03:53: Also unangepasste Kinder herzlich willkommen!

01:03:56: Ich glaube das ist auch wieder für kleinere Kinder wichtiger als für größere.

01:03:59: diese Rituale also diese Widererkennbarkeit von Alltag und so bei Größeren.

01:04:04: Ich habe jetzt zwei größere Kinder schon zu Hause dass das dann eher im Sinne von sich wiederholendem Humor.

01:04:13: Zum Beispiel eine Sache die bei uns im Alltag total viel stattfindet obwohl es wirklich eigentlich nicht für Kinder ist sind die Kängurokroniken.

01:04:21: Und da diese immer wiederholenden Sprüche, dieses Ach Deins Mainz sind doch bürgerliche Kategorien.

01:04:26: Bevor sie es überhaupt verstanden hatten, hatten wir das erste Elterngespräch in der Schule.

01:04:31: heute aufgeführt wurde und das ist dann natürlich eine andere Form von Ritual.

01:04:35: Es ist fast wie so Geheimsprache oder ein Kindermal... Opa-Wasser haben, weil die Erwachsenen nicht checken was damit gemeint ist.

01:04:41: Ja ich habe auch noch mal gedacht dass es bestimmt auch sehr abhängig vom Medienformat über das wir sprechen.

01:04:45: also ihr wisst dass ich setze mich auf viel mit kinder Musik auseinander und bei der musik ist es nochmal ganz anderes.

01:04:49: ein zog hat dreieinhalb Minuten und den kann ich wenn ich möchte zwei stunden schleife laufen lassen.

01:04:54: auch von wiederholung kennen wir und die musikalische form als solche ist ja auch eine die viel mit widerholungen und redundanzen arbeitet und so ... taucht das ganz viel drin auf.

01:05:04: Ob das so eins zu eins übertragbar wäre, auf den Filmen... Das sei auch mal dahingestellt.

01:05:07: in der Tat,... ... dann muss man vielleicht eher über Serienformat oder so auch sprechen.

01:05:11: Ich bin mit TKKG-Kassetten groß geworden.

01:05:14: Die Filme gab es zu meiner Zeit noch nicht, aber wenn ich die heute höre, denke ich so... Das hat auch viel mit Wiederholung und Ritualen und teilweise auch sehr fragwürdigen zu tun.

01:05:22: Und moralischen Lernen!

01:05:24: Oh ja!

01:05:24: Ja, ja!

01:05:27: Gut wir nehmen immer noch einen Punkt.

01:05:28: Bunte und auffällige Gestaltung?

01:05:31: Farbenfuhrbilder, klare Formen und lebendige Animationen sprechen Kinder besonders an.

01:05:38: Das ist so ein bisschen als würde man über Kinder wie Hündchen reden?

01:05:44: Also es ist schon eine Faszination dran wenn das bunt ist und sich bewegt.

01:05:49: Aber ich glaube Kindermedien können so viel mehr sein.

01:05:52: Ich sag's nochmal Bilderbücher gehen da super unkonventionelle Wege sind schwarz-weiß illustriert und trotzdem der totale Renner im Kinderzimmer.

01:06:03: Wenn wir uns darauf verständigen, dass die KI das ausspuckt was am häufigsten stattfindet als Quelle.

01:06:09: Dann wohnert es mich überhaupt nicht, dass so eine Aussage zustande kommt weil ich glaube das ist die Grundhaltung Kindermedien gegenüber.

01:06:15: ne?

01:06:15: Es ist bunt, es ist griechisch, es laut und schnell aber das muss ja nicht sein.

01:06:20: Und es gibt so viele andere Ausprägungen und es gibt sehr beobachtende sehr langsame Sachen.

01:06:24: es gibt künstlerische Filme Bücher Hörspiele.

01:06:29: Ich glaube, ich habe auch schon selber die Beobachtung gemacht, dass sich Kinder an den unerwarteten Stellen faszinieren lassen.

01:06:38: Weil Thomas gerade seinen Bezug zur Musik sagt und du jetzt unerwartete Stellen sagst... Ich übertrage jetzt mal bunt und knallige Farben im Musikumfeld in, ich nenne es das Ballermann der Kindermusik.

01:06:53: Was natürlich eine gewisse Faszination hat und mir gar nicht so bewusst war dass der Ballermahn auch in der Kinder-Musik stattfindet.

01:06:59: sehr zu meinem eigenen Entsetzen als Mutter.

01:07:02: aber letzte Woche sind wir auf dem Rückweg vom Kindergarten in der Innenstadt stehen geblieben weil da jemand einen Flügel stehen hatte und er hat Kläde lügen gespielt Und ich musste stehen bleiben und wir durften auch nicht fahren bevor der nicht fertig war.

01:07:14: Und am Abend beim ins Bett bringen, war noch mal... Mama was war das?

01:07:17: Können wir das nochmal hören.

01:07:20: An den unerwarteten Stellen kommen dann Dinge die vielleicht nicht so bunt und knallig daherkommen und die genauso eine Faszination hervorrufen.

01:07:28: Das trauen wir.

01:07:29: jetzt sind wir schon wieder dabei diese Dilanze für diese Bevölkerungsgruppe nochmal und nochmal zu brechen.

01:07:35: man darf Kindern auch mehr zutrauen als das absolut offensichtliche und wenn sie nur ein bestimmtes Angebot bekommen Ist das klar, dass Sie auch nur dieses Angebot wahrnehmen?

01:07:45: Weil ein anderes können sie gar nicht wahrnehmen.

01:07:48: Wenn Sie aber einen diversen Angebot bekommen, können wir uns ja vielleicht mal überraschen lassen, wonach Sie auch greifen!

01:07:55: Und die solche Angebote zu befördern, so versteht ihr doch wahrscheinlich auch ein bisschen euren Auftrag oder in der Akademie für Kindermedien.

01:08:01: Was

01:08:01: für eine fantastische Überleitung Thomas!

01:08:03: Auf jeden Fall!

01:08:04: Nee wir sind noch nicht bei der Überleitung, ich habe noch zwei Punkte die wirklich auch mit aufnehmen aber wir haben es gleich geschafft.

01:08:10: Humor und Unterhaltungen ist noch ein Punkt.

01:08:12: dem müssen wir natürlich auch einmal kurz erwählen.

01:08:14: Die Unterhaltung habt ihr ja eben auch schon angesprochen.

01:08:16: Lustige Situationen, Wortspiele, slapstickartiges Zähnen sorgen dafür dass die Inhalte spannend und unterhaltsam bleiben.

01:08:23: Ist der Kinderfilm dann also nur Komödie?

01:08:28: Ja, das mag man fast meinen wenn man das hört.

01:08:30: Also ich glaube Humor ist schon nichts zu unterschätzen gerade wenn es darum geht auch taffe Themen zu vermitteln.

01:08:36: aber Nur Humor des Nonsens wegen nutzt sich halt auch ab.

01:08:41: Es muss dann auch schon cleverer Humor sein und da können Kinder auch schon sehr differenzieren.

01:08:45: Sie lachen ja auch über total crutchige Sachen.

01:08:50: Sie haben auch ein Gespür dafür für gelungenen Humor und finden manchmal auch völlig komplexe Sachen dann faszinierend und interessant.

01:08:57: Und übrigens, das Spannend... Das ist ja jetzt schon wieder so eine Vermischung von Argumenten.

01:09:02: unterhaltsam und spannend!

01:09:04: Was denn jetzt von beiden?

01:09:05: Spannung kann ja auch was anderes sein.

01:09:07: Es muss sich nicht nur über Humor generieren.

01:09:09: Also ich kann dir jetzt nicht total widersprechen.

01:09:13: Humor ist total wichtig aber es ist auch nicht alles.

01:09:18: Also es gibt auch fantastische dramatische Geschichten für Kinder.

01:09:22: Auch da wieder was Anne gesagt hat, also so lang sie halt Einheitsware bekommen die nur lustig und kritschig und bunt ist... kann sich halt auch kein Interesse dann irgendwie entwickeln für andere Erzählformen und dass das Humor eine komplexere Angelegenheit ist.

01:09:36: Ich musste direkt an ein Film Comedy Queen denken, der mit Humor sehr viel spielt aber eigentlich dreht er sich um das Thema Tod und Trauer und das irgendwie ja wirklich sehr genial zusammenführt.

01:09:47: Der ist übrigens auch ein Beispiel für diesen Filter was Anne gesagt hat.

01:09:50: also ich habe den bei den nordischen Filmtagen gezeigt auch im Schulkino bei verschiedenen Klassenstufen Und für uns als Erwachsene ist es total klein, was für eine Familien-Situation die Protagonistin ist.

01:10:02: Warum die Mutter gestorben ist und so... Also das ist ein schwedischer Spielfilm von Sanna Lenken, die eine Vater-, Tochterbeziehung erzählt nach dem Tod der Mutter.

01:10:12: Wie diese Mutter zu Tode gekommen ist, ist für Erwachsener kristallklar ab Minute eins.

01:10:17: Für Kinder ist das nicht klar!

01:10:20: Ich würde sagen, die Hälfte des Publikums hatte noch nie mit dem Thema Suizid zu tun.

01:10:27: Und die haben das überhaupt nicht verstanden, wie die Mutter... Sie haben gedacht, sie ist an der Krankheit gestorben und der Film hat trotzdem funktioniert!

01:10:34: Er hat trotzdem funktioniert auf der Ebene, dass sich ein Vater und eine Tochter versöhnen müssen.

01:10:38: Und da ist natürlich der Humor total lustig!

01:10:40: Das ist überjessend sehr komplexer Humor weil die Protagonistin will ja Stand-up kuminen werden aber sie ist einfach null lustig.

01:10:46: Aber der Film ist lustig.

01:10:47: genau in den Momenten wo es nicht sein will gibt zum Beispiel diese grandiose Szene wo er sich die Haare abschert weil sie nicht so schön sein will wie ihre Mutter.

01:10:56: eigentlich treibt sie die Tränen in die Augen weil das so ein totaler Rebellionsmoment ist.

01:11:02: toll inszeniert und gleichzeitig musst du dann lachen.

01:11:05: Und das rettet sich dann irgendwie auf diese Situation raus, also das ist wirklich ein fantastisches Beispiel für einen gelungenen Kinderfilm auf ganz viel Nehmen.

01:11:11: Es tut mir leid dass wir uns schon wieder wiederholen aber das schert halt auch schon wieder.

01:11:15: alle Kinder und auch alle Altersgruppensüber einkam.

01:11:18: umso jünger

01:11:19: die sind um so besser funktioniert Slapstick.

01:11:23: Ich glaube ab einem bestimmten Alter fühlen sich Kinder, junge Jugendliche, junge Erwachsene dann auch irgendwann nicht mehr ernst genommen von Slapstick.

01:11:32: Weil sie ganz schnell kommt und das fängt mit acht neun an, kommt dann auch das Feedback... Das ist Babykram was mir da gezeigt wird also auch hier die Komplexität der Zielgruppe wird mal wieder unterschlagen.

01:11:46: Das können wir wahrscheinlich als ein zentrales Learning festhalten aus diesen zehn Aspekten.

01:11:50: Ich habe noch einen letzten, wobei mir so aufhält.

01:11:52: Den haben wir ganz am Anfang eigentlich auch schon bisschen mit abgefrühstückt aber er ist hier nochmal extra ans Ende gesetzt das positive oder hoffnungsvolle Ende eines Kindermedienstoffes.

01:12:01: Geschichten enden häufig mit einer Lösung oder Versöhnung damit Kinder ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung behalten.

01:12:08: Würdet ihr da so grundsätzlich mitgehen?

01:12:11: Ja, prinzipiell schon würde ich sagen.

01:12:13: Also ich glaube Filme die ihr Publikum alleine lassen mit einer unauflösbaren Situation sind vermutlich nicht für heranwachsende oder so wahnsinnig geeignet.

01:12:22: Das heißt nicht dass alles in jedem Geteil ausdifferenziert sein muss.

01:12:25: man kann durchaus auch mal mit ner ungelösten Frage rausgehen aber so total dystopisch und ohne Hoffnung.

01:12:34: also es muss zumindest einen Silberstreif irgendwie geben finde ich zumindest.

01:12:38: das sind Die Filmen, die mich auch am meisten noch ansprechen muss ich sagen und wo ich am meisten Resonanz von Kindern auch merke.

01:12:46: Es muss aber wiederum kein absolutes Happy Ending geben.

01:12:50: also Kinder haben wir auch schon gesagt sehr feine Intennen und wenn dann am Ende alles komplett hundertzwanzig Prozent gut ausgeht Dann kommt schon auch das Feedback.

01:13:00: Das ist ja total unrealistisch.

01:13:02: Also dass da jetzt irgendwie die Protagonisten hinterlassen wird und man nicht weiß ob die Keine Ahnung, überleben wird jetzt im schlimmsten Fall.

01:13:11: Das auf jeden Fall nicht!

01:13:13: Aber dass die Fußballmeisterschaft auf jeden fall gewonnen wird und sie sind auch auf dem ersten Platz das muss es halt auch nicht sein.

01:13:20: also es ist ja jetzt auch nicht immer alles Friedefreude Eierkuchen und Kinder können schon mit realitätsnahem Themen umgehen.

01:13:28: Schön, das war ein spannender Rhythm mit euch beiden durch diese zehn Aspekte.

01:13:32: Ich hatte auch einen Eindruck als ich die das erste Mal schon gelesen habe.

01:13:35: es ist fast eher so eine Abbild von Stereotypen, die man so wahrnimmt wenn man sich ganz viele Sachen anguckt.

01:13:41: Man sollte sie vielleicht nicht direkt viel interpretieren als Leitlinien den man jetzt unbedingt zu folgen hätte.

01:13:47: Auf diese Leitlinie gucken wir vielleicht jetzt noch mal im letzten Schritt dieses Gesprächs, weil ich mit euch wirklich gerne nochmal so ein bisschen den Ablauf dieses Stipendium-Programms in der Akademie durchgehen möchte.

01:13:55: Also wenn es denn Menschen gibt die sich dafür interessieren wie läuft das dann ab?

01:13:59: Wenn mich Berufen fühle auch gute und qualitätsvolle Stoffe für Kinder zu entwickeln ist das ja vielleicht nochmal ganz spannend.

01:14:05: Ihr habt das so grob aufgeteilt in vier verschiedene Phasen sage ich mal und die erste Phase über die ich kurz mit euch sprechen möchte wäre einfach erstmal die Bewerbungsphase.

01:14:14: Vielleicht der richtige Zeitpunkt schon mal kurz auch zu sagen, dass aktuell ja die Bewerbungsphase für den nächsten Jahrgang läuft bis zum vierten August von den Autorinnen und Autoren sich noch bei euch bewerben.

01:14:24: Das sei an dieser Stelle schon einmal untergebracht.

01:14:27: Aber die Frage liegt an euch habe wir wirklich eher die welche Voraussetzungen Bewerber in denn eigentlich mitbringen müssen wenn sie bei der Akademie für Kindermedien mitmachen möchten?

01:14:34: worauf legt ihr Wert?

01:14:37: Ja also die Akademie ist erstmal offen für Geschichten für Kinder- und Jugendliche Und wir werden am Ende drei Gruppen haben, in denen primär die Stoffe entwickelt werden.

01:14:48: Das sind Buch-, Serie- und Film.

01:14:51: Das heißt, es ist natürlich sehr naheliegend dass das Buch-, Serien- und Filmprojekte sind die bei uns eingereicht werden.

01:14:56: Die müssen noch nicht besonders differenziert ausentwickelt sein.

01:14:59: man kann sich wirklich mit einer Ideenskizze bewerben.

01:15:02: Es ist so ein bisschen unterschiedlich je nachdem welche Plattformen man als primäres Medium begreift.

01:15:07: also bei Büchern haben wir zum Beispiel gerne eine Leseprobe in Prosaformen.

01:15:12: Bei Filmen und Serien sind andere Sachen gefragt.

01:15:14: das kann man alles auf unserer Webseite sich ganz genau angucken.

01:15:17: Wir wollen vor allem eine Idee vorgestellt bekommen Und eine Person.

01:15:23: Das heißt, wir gucken immer nach Beidem.

01:15:24: Wir gucken nach Talenten die draußen unterwegs sind AutorInnen, die sich interessieren für junge Menschen zu schreiben und wenn das zusammenläuft, Idee-und Autorinn dann sind es die besten Voraussetzungen bei uns teilzunehmen.

01:15:38: Wonach wir auch gucken ist dass es Leute sind die sich bewusst sind dass sie sich in den mehrmonatigen Prozess begeben.

01:15:43: also wir sind keine Fördereinrichtung die Geld ausspuckt.

01:15:46: Die Akademie für Kindermedien ist ein Workshop-Programm mit mehreren Modulen, die immer unterschiedliche thematische Fokuspunkte haben.

01:15:57: Wo sehr viel Feedback kommt und wo sehr viele Blickwechsel stattfinden.

01:16:01: Man muss bereit sein sich dem auszusetzen und auch den Stoff aber auch so die eigenen Fähigkeiten wirklich mal ganz offen zu betrachten und mal auch da einen Experiment vielleicht einzugehen.

01:16:11: Vielleicht mal in Medium zu schnuppen, was man noch gar nicht auf dem Schirm hatte zum Beispiel Kinderteater oder Hörerspiel.

01:16:18: Wir konfrontieren auch die Autorenen mit ganz vielen anderen Ansätzen, z.B.

01:16:22: Mit einer Medienpädagogin, die ihnen beibringt wie man überhaupt mit dieser merkwürdigen Zielgruppe spricht und wir haben eine Schauspieltrainerin da, die einem beibringt in die eigene Hauptfigur zu schlüpfen.

01:16:36: Das sind ganz viele Elemente dabei und da muss man eine gewisse Offenheit mitbringen, damit man das dann einfach mitnehmen kann die gerne mit anderen Menschen zusammenarbeitet, viele Prozesse sind bei uns in Gruppenarbeit.

01:16:51: Dann kann wirklich nichts mehr

01:16:52: schiefgehen.".

01:16:53: Und wenn man jetzt noch Fragen hat nach einer sehr intensiver Darlegung – wir bieten auch Gruppenberatungen an also dass man gemeinsam mit anderen sich interessierenden Leuten auch in den Teams oder Zoom-Call hüpfen kann mit unserer Projektkoordinatorin und einem von uns und auch mit jemandem aus dem Mentoring Team um da auch nochmal Fragen ganz detailliert zu stellen?

01:17:16: Ich habe zwei dezidierte Rückfragen.

01:17:17: noch mal kurz zu dem, was du Hannah gerade schon erzählt hast.

01:17:19: Einmal du hast ja davon gesprochen es gibt diese drei Gruppen Buch-, Film- und Serie und gleichzeitig sprecht ihr auch immer mehr so nämlich das war von Plattformoffenheit.

01:17:29: Kannst du mal beschreiben oder auch du Anne, was dir mit diesem Begriff denn eigentlich meint um wie das zusammenhängt?

01:17:33: Auf der einen Seite die Festlegung auf der anderen Seite diese Offenheit.

01:17:36: das klingt ja erst einmal ein bisschen widersprüchlich.

01:17:39: Na ja gut, die Festlegung muss irgendwie sein.

01:17:40: Weil wenn man neun Monate in diesem Programm ist und in die Luft entwickelt führt das ja auch irgendwie nicht ans Ziel.

01:17:48: aber gleichzeitig ist die Plattform Offenheit eben total wichtig weil oft das Medium was man sich eigentlich als primäres Medium ausgewählt hat für seinen Projekt dann gar nicht das erste Medium ist.

01:17:58: dass haben auch diese fünfundzwanzig Jahre Akademie Geschichte gezeigt.

01:18:01: also ich vielleicht müssen wir mal eine Statistik erheben wie viele Projekte die als Film entwickelt wurden eigentlich als erstes als Buch rausgekommen sind oder die als buch entwickelt wurden und die sind erstmal auf der theaterbühne haben sie stattgefunden.

01:18:15: Und haben dann manchmal doch wieder ihren weg über noch drei andere umwege, dann zu dem medium zurück gefunden was ursprünglich mal als primär medium angedacht war.

01:18:24: so funktioniert die Medienwelt einfach.

01:18:27: Es heißt nicht immer nur, weil du glaubst der Film ist jetzt das Richtige und das beste Medium, dass es auch die realistischste Variante ist, das sofort so umzusetzen.

01:18:37: Stichwort auch Proof of Concept was ganz oft gerade bei höherpreisigeren Medien, also wozu der Film ja nun mal einfach gehört, auch nachgefragt ist.

01:18:46: und dann ist es natürlich total wichtig als kreative Person, die hinter diesem Projekt steht schonmal irgendwie erfahren zu haben die dieser Geschichte auf einer anderen Plattform bedeuten würde.

01:18:58: Und genau das passiert in diesem mehrmodiativen Programm bei der Akademie, Hannah hat schon gesagt wir machen auch einen Exkurs im Hörbuch und einen Ex-Kurs im Theater um für sich selbst rauszufinden was kann meine Geschichte da?

01:19:11: Was gibt mir diese Erkenntnis vielleicht auch für mein eigentlich angedachtes Premier Medium wieder zurück.

01:19:15: also auch das passiert ja ganz oft dass so ein Theater Workshop wo man in seiner eigene Hauptrolle schlüpft einem die Augen öffnet was dieser Hauptrolle auch im Buch schon die ganze Zeit gefehlt hat irgendwie.

01:19:29: Und gleichzeitig eben auch ein ermächtigt, das Projekt danach auf ganz andere Wege zu führen weil der gradlinige Weg ganz oft eben nicht der ist als Ziel führt.

01:19:41: Die andere Frage, die sich mir diesem Kontext noch gestellt hat.

01:19:44: Ich habe ja selber eben gerade die KI bemüht um unser Gespräch ein bisschen aufzupeppeln sage ich mal.

01:19:49: Ich könnte mir vorstellen dass ihr es in den Bewerbungsprozessen durchaus auch mit Einreichung zu tun habt bei denen KI zumindest unterstützt hat Wie geht dir mit diesem Thema um?

01:19:58: Das wird euch ja möglicherweise schon jetzt und sicherlich auch in Zukunft noch sehr intensiv beschäftigen.

01:20:04: Ja das ist tatsächlich sehr dominant also auf verschiedenen Ebenen.

01:20:10: Also wir haben zum Glück auch eine ganz tolle Kooperation mit dem DDV, also Deutschen Drehbuchverband.

01:20:17: der Jan Herrchenröder kommt immer für eine Rechtsberatung zur Akademie für Kindermähen und führt so ins Vertragswesen ein weil das auch immer sowas ist was man als Autorin ist dann Künstlerin und will eigentlich davon gar nichts wissen was man da unterschreibt.

01:20:30: aber es ist sehr wichtig zu wissen, welche Rechte man hat und welche man eventuell weggibt.

01:20:34: Und da ist natürlich KI ein Riesenthema.

01:20:36: also immer noch Urheberrechtsfragen.

01:20:39: Da haben wir zum Glück eben mit dem DDV einen tollen Gesprächspartner.

01:20:43: Ja!

01:20:43: Wir merken das zunehmend bei den Bewerbungen dass die KI gestützt gemacht werden.

01:20:47: nicht alle legen das so offen.

01:20:49: Wir versuchen die Leute zu sensibilisieren was es gegebenenfalls für Konsequenzen hat in einem Urheberechtsproblem zu kommen.

01:20:57: weil Es ist ein Unterschied, ob man jetzt sagen wir mal einen selbstgeschriebenen Text kürzen lässt von einer KI oder ob man ein komplettes Projekt erstellen lässt.

01:21:07: Frage ist zum Beispiel auch, ist Rechtschreibprüfung schon KI?

01:21:10: Übersetzung ist mittlerweile KI gestellt.

01:21:11: Es gibt so viele Graubereiche und wir haben das Gefühl dass ganz viele Autorinnen da noch... zwischen zwei extremen Polenschwanken.

01:21:19: Wir merken sehr viel Angst auf der einen Seite, Leute die es total ablehnen und andere die extrem leicht sind nicht damit umgehen.

01:21:26: Und unsere These ist so ein bisschen KI ist da, man kann's nicht leugnen aber wir müssen lernen damit umzugehen und wir sehen das als ein Werkzeug dass man aber bewusst einsetzen muss.

01:21:35: und deswegen haben wir zum Beispiel auch jetzt schon in diesem Bewerbungsprozess die bitte klar zu deklarieren wenn KI genutzt wird.

01:21:41: ob sie Leute machen oder nicht ist schwer nachprüfbar, das wissen wir auch.

01:21:45: Aber uns geht es auch da eher um die Sensibilisierung für diesen Diskurs.

01:21:50: Wir sind jetzt zum Beispiel gerade am überlegen ob wir ein Online-Seminar genau zu diesem Thema noch aufsetzen einfach um Ängste abzubauen und aber auch fundiertes Wissen.

01:22:00: Es gibt ja so viele Meinungen über KI und sehr wenig Fakten, die dann auf die man sich berufen kann Auch hier seit der DDV empfohlen haben einen ganz tollen Leitfaden für AutorInnen entwickelt wo man sich zumindest mal so ein bisschen Futter holen kann, was eigentlich die Rechtsgrundlage ist mit KI.

01:22:17: Das heißt ja großes Thema bei uns.

01:22:20: es verändert sich so rasend schnell dass wahrscheinlich in drei Monaten wenn wir diesen Podcast hören werden wir zurückblicken und sagen war mir blauäugig scheiß kommt mir damals noch nicht wissen aber das ist Teil des ganzen.

01:22:30: deswegen sage ich mit offenen Augen durch die Welt gehen und das reflektieren und sich im Zweifelsfall wirklich fachkundige Hilfe holen.

01:22:40: Und das Schöne ist ja tatsächlich auch... Das ist auf der einen Seite bei uns die Bewerbung gibt, die wir lesen ganz klassisch.

01:22:47: Wieso?

01:22:47: Bewerbungen eben funktionieren.

01:22:49: es gibt dann eine Aushalt Jury und das ist jetzt einer dieser Punkte wo ich am Anfang da stand worüber ich sprach und fragte warum machen wir das eigentlich so und wirklich über diesen sehr mehrstufigen Auswahlprozess die Effizienz in Frage gestellt habe?

01:23:02: nachdem ich diesem Prozess einmal durchlaufen bin weiß ich dass das ein sehr kluger Prozess ist weil man eben Leute in dieses mehrmonatige Programm nicht nur auf Grundlage ihrer Bewerbung mitnimmt, sondern es gibt – da wärst du jetzt vielleicht auch gleich hingekommen Thomas – den Einführungs- und Auswahlworkshop.

01:23:19: Was im Prinzip so das Modul Null ist könnte man sagen!

01:23:22: Und da werden zwanzig Menschen eingeladen die sich bei uns beworben haben Und da lernen wir fast eine ganze Woche lang diese zwanzig Menschen kennen und sie lernen uns kennen.

01:23:33: Die Arbeitsweise der Akademie, weil das eine Bewerbung ist immer ein weitseitige Bewerbungen um zu gucken ob auch für die Bewerberinnen eben dieses Programm überhaupt passgenau ist.

01:23:44: und dann von diesen Zwanzig gehen wir mit zwölf weiter.

01:23:47: Das heißt spätestens an dem Punkt fällt auf Ob die Person selber die Kreativität in dieses Projekt gebracht hat und die treibende Kraft hinter diesem Projekt ist, über Akt I hinaus denken kann.

01:24:03: Und eine Vision für die Geschichte hat oder nicht?

01:24:06: Das heißt selbst wenn man eine fantastische Bewerbung hingezimmert hat mit KI – uns ist es nie aufgefallen!

01:24:13: Wir glauben da ist ein absolutes kreatives Geniehinter.

01:24:18: Spätestens im menschlichen Kontakt fällt's ja dann doch immer auf.

01:24:23: Eine dritte Frage, die mich im Kontext des Bewerbungsprozesses auch noch beschäftigt hat.

01:24:26: Die können wir aber wahrscheinlich schnell abfrühstücken.

01:24:28: Wie ist denn eigentlich das Verhältnis von Männern und Frauen?

01:24:31: Was dir Einreichungen angeht?

01:24:34: Wunderpunkt!

01:24:35: Ja, das ist eins der Hauptarbeitsthemen, die Anne und ich haben.

01:24:38: Wir sagen immer gerne Diversifizierung der Bewerbenen.

01:24:42: darunter versteht man natürlich ganz viele unterschiedliche Communities wie man aktivieren kann möchte, es ist nach wie vor so das Kindermedienfrauen dominiert sind.

01:24:52: Ich habe dann wirklich gespaltenes Verhältnis dazu.

01:24:54: ich finde es toll dass so viele Frauen sich engagieren für junge Menschen.

01:24:58: Ich finde es schrecklich, dass wir damit an den Katzentisch gerückt werden.

01:25:00: Und ich finde das wir bräuchten dringend mehr Männer im Kindermedienbereich um da auch diversere Figuren zu erzählen andere Geschichten zu erzähln und diese dringende Aufruf an die Autorennen absichtlich hier das Maskulinum darüber nachzudenken was ihr Beitrag sein könnte für die junge Zielgruppe.

01:25:19: Es ist ganz auffällig jetzt auch gerade Ich bin ja auch mit einem anderen Hut, eine Festivalperson.

01:25:24: Es gibt fantastische Filme für Mädchen und junge Frauen.

01:25:27: Den Knall haben echt allgehört in den letzten Jahren!

01:25:30: Wo sind die diversen Jungen und Männerfiguren?

01:25:32: Es ist zum Heulen.

01:25:33: Die Väter sind immer noch überarbeitet und leiten das Architekturbüro, haben keine Zeit für ihre Familie und die Jungs müssen Fußball spielen.

01:25:39: Es gibt so einen Mangel an diversen Geschichten und es können wir nur erreichen wenn mehr Leute für Kindermedien begeistern und dazu gehören natürlich auch die Männer.

01:25:48: Das Verhältnis in Zahlen ist so deprimierend dass ich sehe jetzt nicht verrate.

01:25:52: Wir sind sehr stolz, dass wir im letzten Jahrgang wirklich einen guten Anteil an Männern nehmen konnten.

01:25:58: Die aber auch einfach tolle Geschichten mitgebracht haben und das ist für uns so ein bisschen der Hoffnungsmoment.

01:26:03: Dass wir denken vielleicht sind wir jetzt endlich auf diesem Aufsteigenden Ast, dass sich generell mehr unterschiedliche Menschen für Kindermedien interessieren.

01:26:12: Ja ich hatte es befürchtet, dass die Antwort in diese Richtung geht.

01:26:15: Aber danke, dass du's noch aufgegriffen hast!

01:26:18: Ich unterstreibe diesen Appell sehr gerne.

01:26:21: Dann gehen wir noch mal kurz ein bisschen weiter durch, Anne.

01:26:22: Du hast bedankenswetterweise schon einen Punkt rausgenommen.

01:26:25: genau den Einführungs- und Ausbau Workshop hast du gerade schon kurz benannt, den es dann ins Weiteren Stanz gibt's und nachdem es dann auch noch so'n online Kickoff gibt steigt ihr dann quasi ein in die eigentliche Akademiearbeit würde ich mal so behaupten.

01:26:36: ne?

01:26:36: Es gibt vier jeweils einwöchige Module dir über mehrere Monate verteilt an Anbietet.

01:26:41: Auch nicht an einem festen Ort.

01:26:42: das hast du eben auch schon ein bisschen beschrieben Hannah Ne Der Thomas hat glaube ich das damals Popupakademie genannt.

01:26:46: also das fand ich ein ganz gutes Wort.

01:26:48: So wir suchen uns die Orte wo wir uns wohlfühlen stimmig anfühlen und da sind wir dann halt.

01:26:52: Ihr habt mir im Vorgespräch erzählt, das fand ich ein ganz schönes Bild.

01:26:55: deswegen möchte ich das jetzt gerne nochmal aufgreifen.

01:26:56: ihr habt gesagt ihr habt einen sehr gut gepflegten Garten übernommen ja?

01:27:00: Wir waren eben schon bei den Fußstapfen jetzt sind wir beim Garten.

01:27:03: nichtsdestotrotz seid ihr neu in diesen Rollen ihr wollt Dinge anders machen.

01:27:06: auch das habt ihr eben schon genannt.

01:27:08: also wo legt ihr denn die Schwerpunkte und was passiert denn dann konkret in diesen vier Modulen die ihr mit den Stipendiatinnen gemeinsam durcharbeitet?

01:27:17: Wir haben den absoluten Luxus, dass wir ein sehr gut funktionierendes Projekt übernommen haben.

01:27:21: Das heißt so der generelle Aufbau der Akademie, der steht, der funktioniert.

01:27:26: An und ich können damit viel Ruhe ran gehen und müssen jetzt nicht akut Dinge aus dem Graben rausholen.

01:27:31: Der Aufbau ist so... Man bewirbt sich, es gibt den E&R Workshop.

01:27:37: Dann bleiben zwölf Stipendiat in den übrig die werden noch diese drei Gruppen verteilt Buchserie filmen.

01:27:42: dazu gibt's eine Reihe von Kooperationsprojekten in die die Leute wieder neu zusammen gewürfelt werden und in dieser Zwölferkonstellation in drei Gruppe die jeweils von zwei MentorInnen betreut werden, also eine Mentorin und eine Co-MentorInn.

01:27:56: Durchläuft man dann die weiteren Workshops.

01:27:58: Modul eins ist Ende des Jahres.

01:28:00: da geht es ganz klar um basale Figurenentwicklungen.

01:28:04: das Projekt wird einmal auf links gedreht.

01:28:06: wir haben sehr viele Gäste da aber es ist ganz viel Zeit auch für die Gruppen um sich zu finden.

01:28:11: In Modul zwei steht das herausfinden der stärken und spechende Hauptfigur im Zentrum.

01:28:16: Da haben wir dann Improtraining, wir haben eine Medienpädagogin zu Gast die Stipendiatinnen darauf vorbereitet im nächsten Modul des Frühlings stattfindet auf die Zielgruppen zu treffen.

01:28:28: Weiterhin schreitet die Arbeit an dem eigenen Projekt aber auch am Kooperationsprojekt voran.

01:28:32: Im Frühjahr lassen wir die AutorInnen alle mal in die Kindergärten und Schulen schnuppern, kriegen alle eine Einheit bei einer Schulklasse oder Gruppe ungefähr im Zielgruppenalter.

01:28:43: ihres Projektes werden dabei begleitet.

01:28:45: Wir haben das Kripstheater zu Gast.

01:28:47: Die machen anderthalb Tage Workshop zum Thema realistisches Kinderteater Und dann haben wir im Juni den großen Abschluss, wo alle diese Prozesse zu Ende geführt werden.

01:28:58: Alle diese Projekte zwölf an der Zahl sind zu dem Zeitpunkt entweder in Expose oder Treatment Form vorliegen.

01:29:05: Das gibt bei den romanen Leseproben.

01:29:07: Das heißt sie sind alle in einer Form, wo man damit weitere Schritte gehen kann.

01:29:10: und deswegen gibt es dann dieser Abschlusspräsentation und damit entlassen die Stipendiatinnen in die Branche in der Hoffnung dass sie PartnerInnen finden, die ihnen bei den Projekten weiterhelfen Und wir übergeben sie in das Netzwerk der Alumni.

01:29:24: Das ist ganz wichtig, weil es mittlerweile über drei Hundert Ausschorene die teilgenommen haben, die ein sehr enges Netz an Unterstützung und Schreibgruppen und Empfehlungen pflegen.

01:29:34: Es sind viele auch immer da bei den Abschlusspräsentationen so dass man danach nicht alleine weitermacht.

01:29:41: Am Ende dieser neuen Monate steht man idealerweise mit einem Projekt weiterentwickelt Um damit weitere Partnerinnen zu finden, vielleicht Förderungen zu beantragen.

01:29:51: Man steht da mit einem neuen Netzwerk an kreativen Kontakten und man steht dann mit einem kleinen Werkzeugkoffer als Autor in.

01:29:58: Mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten die man idealerweise in der Zeit schon erprobt hat.

01:30:04: Und einen Punkt, weil du gerade diese Abschlusspräsentation auch am Ende natürlich noch mal in den Vordergrund gerückt hast.

01:30:09: Auch da gibt es ja wieder wie auch in den anderen Modulen eine Person die zur Seite steht, die auch Training im Prinzip also ein Workshop mit den Teilnehmenden macht, wie man denn sein Projekt ganz spezifisch dieses Projekt dann jetzt auch gut einer Öffentlichkeit präsentiert.

01:30:24: und dabei ist mir nochmal aufgefallen was glaube ich auch unsere Arbeit als Gärtnerinnen dieses Gartens den Margaret und Thomas angelegt haben Was das ist als Studienleitung, hat auch etwas mit Dramaturgie zu tun.

01:30:35: Also wirklich jeder Schritt, jeder Satz, jede Szene hat eine bestimmte Funktion um die Handlung voran zu treiben wenn wir den Vergleich auch nehmen.

01:30:44: Also, wenn es dann Abschlusspräsentationen gibt, ist natürlich vorher ein Bestandteil, dass sie inhaltlich auf diese Präsentations- und wie man präsentiert vorbereitet werden.

01:30:53: Wenn's einen Schulbesuch gibt, dann gibt es vorher eine Expertin, die reinkommt, eine Medienpädagogin dienen Schulkonzept und verschiedene Möglichkeiten mit einer Zielgruppe zusammenzuarbeiten eben durchbrugt.

01:31:02: Auch dieser Theater Workshop ist ja nicht aus der Luft gegriffen.

01:31:05: Auch der bereitet darauf vor, könnte das sein Theaterstück sein?

01:31:08: Kann mein Projekt ein Theaterstuck sein?

01:31:10: Das ist jetzt nicht, aber habe ich vielleicht eine Idee wie die Message, die ich in dem Projekt das sich hier gerade erarbeite auf ne Theaterbühne bringen will.

01:31:17: Wie kann ich es umwandeln?

01:31:18: Wie kann Ich es adaptieren?

01:31:20: also jeder Schritt auf diesem Weg von Modul Null.

01:31:23: Also die Akademie geht schon auch im Einführungs- und Auswahl Workshop los.

01:31:26: Auch hier legen wir wahnsinnig viel Wert darauf dass schon viel Wissen auch vermittelt wird die eben nicht den Rest des Jahres weiter mit der Akademie gehen, dass die nicht das Gefühl haben, dass da verschenkte Zeit irgendwie dann investiert wurde von ihnen.

01:31:40: Sondern auch da wird schon ganz viel an Wissen vermittelt, ganz viel schon gemeinschaftlich gearbeitet, ganz viele Feedback.

01:31:47: und wenn wir überlegen was wir gärtnerisch verändern wollen Dann sind es immer Momente, die so voneinander abhängen.

01:31:56: So viele Zahnräder, die da zusammenspielen dass wir uns jetzt nicht einen Zahnrad rausgreifen können und sagen Andy das machen wir jetzt mal nicht weil das hat Auswirkungen auf so viele andere Momente in diesem Programm, dass das wohl abgestimmt sein möchte.

01:32:10: Aber um auf den zweiten Teil einer Frage zurückzukommen was wir in diesen schönen Garten verändern wollen also eine ganz konkrete Sache die sich ändern wird ab dem neuen Jahrgang ist das Mentoring Team.

01:32:22: Es hat gute Tradition, dass Mentoren bei der Akademie nur eine bestimmte Anzahl von Jahren sind.

01:32:28: Wir haben mehr oder weniger rotierendes Verfahren.

01:32:31: Drei Jahre sind sehr schön und wir nehmen auch mal vier.

01:32:34: Aber nach fünf Jahren ist es eigentlich an dieser Zeit wieder eine neue Perspektive reinzulassen, eine neue Methodik vielleicht auch von einem Mentor in aufzunehmen.

01:32:43: Das hält das System lebendig Und wir sind jetzt tatsächlich an dem Punkt, wo wir im Herbst mit einem, beziehungsweise jetzt im Sommer haben wir ein großes Team-Meeting.

01:32:52: Wir werden drei neue MentorInnen und zwei neue KommentorInne einarbeiten die mit uns dann hoffentlich die nächsten Jahre gestalten werden.

01:33:00: das heißt... bringen dann natürlich auch neue Menschen wieder ihre Ideen ein, das hat Einfluss auf das Chlorikolum.

01:33:05: Das ist so ganz akut glaube ich so einen Fall!

01:33:08: Wir machen das aber mit sehr viel Vorfreude.

01:33:10: wir sind total happy wie es entstanden ist mit den drei neuen Mentoren.

01:33:16: Wir haben immer gedacht wir fangen jetzt mal an zu träumen und fragen jetzt wirklich groß an.

01:33:21: Wir nehmen uns doch die Nummer eins und wir sind jetzt einfach mal mutig und konnten selber dann unser Glück gar nicht glauben, welche Zusagen wir dann tatsächlich bekommen haben.

01:33:30: Und das für fantastische Expertinnen aber auch auf menschlicher Ebene angenehme Leute wie wir gefunden haben.

01:33:38: So wird sich das automatisch immer verändern ist natürlich auch ein emotionaler Moment des alten Team zu verabschieden weil mit denen sind wir natürlich auch viele viele Jahre gegangen.

01:33:46: Aber man zieht weiter, man bleibt sich trotzdem verbunden.

01:33:50: Das ist auch Teil unserer Philosophie.

01:33:53: Und wenn es jetzt die größeren strategischen Veränderungen geht, um das Bild des Gartens nochmal zu bemühen.

01:33:58: Ja wir sehen das!

01:34:00: Es gibt so ein paar Blümchen, die ein bisschen Chefs über den Zaun hängen wo wir entscheiden müssen.

01:34:05: binden wir die hoch, kriegen den Schluck Wasser oder müssen wir sie vielleicht abschneiden weil wir einfach keinen Platz mehr dafür haben?

01:34:12: Das sind automatisch Dinge, die passieren.

01:34:15: Wir haben so ein bisschen vor eine kleine Terrasse zu bauen in diesem Garten.

01:34:20: Wir sind uns sehr bewusst, dass die Akademie im deutschsprachigen Raum verankert ist und da ein Alleinstellungsmerkmal hat.

01:34:28: Aber gerade auch mit annes Background in der europäischen Lobbyarbeit sind wir natürlich sehr an internationalen Beziehungen interessiert und führen da grade ganz interessante Gespräche ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, die vielleicht die nächsten Jahre der Akadémie bestimmen könnten.

01:34:43: Ich bin sehr gespannt was daraus wird.

01:34:46: Und dann gucken wir.

01:34:47: Wir haben so viele Kooperationen laufen mit der Buchmesse, mit der CMC in Chefffield.

01:34:52: Die kriegen ständig Rückmeldungen was heiß und was hot ist in der Branche dass wir echt genau gucken müssen.

01:34:58: ok springen wir jetzt auf dieses Pferd auch noch auf oder beobachten mir das erst mal eine Weile?

01:35:03: Ich glaube, langweilig wird uns nicht angehen.

01:35:05: Oder fällt Ihnen noch was ein?

01:35:06: Was wir uns für dieses Jahr akut vorgenommen haben...

01:35:08: Ich weiß nicht ob wir es dieses Jahr schaffen, aber ich würde gerne noch ein Flänzchen, das wir neu in den Garten pflanzen wollen.

01:35:14: Die Fläche im Beet ist schon da und hoffentlich schaffen wir das eher schneller als weniger schnell zu pflanzen.

01:35:19: Und zwar ist das das Stipendium fürs Stipendium Weil gerade wenn wir auch nochmal über die Diversität der Teilnehmenden nachdenken, Hannah hat schon gesagt das ist kein Programm, kein Stipendium bei dem mein Geld bekommt und in Ruhe gelassen wird.

01:35:33: Sondern dass Geld was pro Person zur Verfügung steht Mentoring Leistung investiert und es besteht auch ein kleiner Eigenanteil, der im Verhältnis ein kleiner Eigenanteil von den Teilnehmenden für Anfahrt- und Unterbringungen auch gezahlt wird.

01:35:53: Und das ist so einen Betrag zwischen zwei und zweieinhalb Tausend Euro je nach Jahr, je nach Angebot der Unterbrinkungen usw.

01:36:01: Das klingt vielleicht noch nicht viel ganz sicher gut investiertes Geld, aber es gibt einfach Menschen die wahnsinnig von der Akademie profitieren könnten für die zweieinhalb Tausend Ere.

01:36:13: Einfach die Welt sind und die sie eben nicht haben und die auch keine Oma und keine Tante und keinen Papa haben, der das mal eben vorstrecken kann.

01:36:22: Und das sind aber ja vielleicht auch Menschen und Geschichten, die wir brauchen und dies gerade einfach noch nicht genug gibt Auch in der Medienlandschaft und da sind Hanna und ich grade ganz akut am überlegen wie es ein Stipendium für Stipedium geben kann.

01:36:36: Nicht für alle zwölf Teilnehmenden, weil das wird nicht passieren.

01:36:40: Vielleicht für eine wenn wir Glück haben vielleicht für zwei Personen deren Teilnahme sonst einfach nicht stattfinden könnte.

01:36:48: dass ist uns einen Pflänzchen was gerade noch im Topf steht und gegossen wird und dass wir hoffentlich bald ins Beet setzen können.

01:36:55: Besser kann man dieses Bild nicht mehr ausschlachten glaube ich, das wir jetzt haben von dem Karten.

01:37:00: Ich knüpfe nochmal einmal mit einer Frage an was du gerade gesagt hast Anne nämlich noch mal so wenn ich die Perspektive als Teilnehmender oder Teilnehmende in der Akademie so einnehme Was würdet ihr denn sagen wenn ich jetzt diesen ganzen Prozess durchlaufen habe?

01:37:12: Wie sieht es dann, ich sag mal idealerweise nach so einer gelungenen Abschlusspräsentation der Weg weiter für mich aus?

01:37:18: Was passiert denn im besten Fall mit mir oder mit dem Stoff den ich da so erarbeitet habe?

01:37:24: Das ist so unterschiedlich wie die Stoffe selbst und auch den Menschen, die teilnehmen.

01:37:27: Also es gibt natürlich das Idealszenario dass die Autor einen auf der Abschlussveranstaltung die Produzentin kennenlernen, die den Stoff kauft und produziert.

01:37:37: unten ja später ist er filmfertig.

01:37:39: soll es gegeben haben?

01:37:41: Ja später?

01:37:41: Nein

01:37:43: Es ist ein bisschen zugespitzt und es ist definitiv nicht der Regelfall.

01:37:48: also die Mühlen malen langsam im Kindermedienbereich in manchen Teilbereichen schneller zum Beispiel im Buchbereich, als im Film- und Serienbereich.

01:37:56: Da kann das schon mal einige Jahre dauern bis man weitere Schritte gegangen ist.

01:38:00: Im Idealfall nimmt entweder das Projekt und oder die Autorenfahrt auf.

01:38:07: Wir haben oft diese Situation, dass sich Aufträge entwickeln für die Autorhennen und das eigentliche Projekt bei der Akademie erst in zweiten Schritt zum Beispiel ein Zuhause findet.

01:38:18: wir haben auch schon die Situation gehabt, dass ein Kooperationsprojekt was entwickelt wurde plötzlich die eigenen Projekte überholt hat.

01:38:25: also zb Kaltstart ist produziert worden als Instant Fiction noch während der Jahrgang am Laufen waren, die haben quasi ihr Kooperationsprojekt in dem laufenden Akademiemodulen mit umgesetzt als Live-Action Serie.

01:38:38: Das kann gar nicht jeder Jahrgang leisten.

01:38:40: aber so mein persönlicher Wunsch wäre dass nach diesen neun Monaten idealerweise zwölf AutorInnen auf dem Markt sind die diese Fackel der Kinder, Medien und Jugendmedien weiter tragen.

01:38:54: Und die mit dem nötigen Werkzeugkoffer ausgestattet sind um die Geschichten zu schreiben, die sie für wichtig erachten und die hoffentlich auch bei der Zielgruppe ankommen.

01:39:04: Das kann natürlich das Akademieprojekt sein.

01:39:06: wir suchen natürlich auch die Teilnehmenden und auch die Projekte darauf hinaus gezielt nicht für die Schublade schreiben.

01:39:15: Aber es hat so viele Außenbedingungen, die wir gar nicht kontrollieren können dass unser Wunschdenken da definitiv an der falschen Stelle ist.

01:39:24: sind schon so vielen Jobs entstanden über zum Beispiel dieses Alumnienetzwerk?

01:39:28: ich brauche eine Co-Autorin!

01:39:29: Ich habe da so ein Serienprojekt.

01:39:30: hast du nicht los?

01:39:31: kennst du nicht jemanden in Bochum?

01:39:33: So zack neues Projekt am Laufen.

01:39:36: das ist total vielfältig Und das ist absolut faszinierend, was da schon rausgekommen ist.

01:39:41: Auf unserer Webseite gibt es so einen Segment wo immer die aktuell veröffentlichten Sachen reingestellt werden.

01:39:49: Es sind natürlich sehr viele Bücher aber auch Theaterstücke, Hörspiele, Filme, Serien und Apps.

01:39:57: Es ist unglaublich diese Bandbreite die Alumni produzieren Und deswegen würde ich sagen, das Sky is the limit.

01:40:04: Also es gibt wirklich so viele Möglichkeiten nach der Akademie weiterzumachen und man ist sich dann auch oft im Nachhinein sehr treu.

01:40:13: also was wir an Büchern, an Referenzprojekten noch zugeschickt bekommen Es hat endlich geklappt.

01:40:18: Ich habe einen Verlag gefunden und es ist wirklich herzerwärmend Was da an langfristigen Beziehungen in der Branche entsteht.

01:40:26: Ach schön Ich werfe so langsam einen Blick auf die Uhr.

01:40:31: Ehrlicherweise ist mein Fragenkatalog hier noch gar nicht so ganz durch, wir könnten doch ein bisschen über die Finanzierung sprechen und auch wie sich das so einpendelt zwischen Professionen- und Ehrenamt in dem was ihr da tut.

01:40:41: Wie stabil sind eigentlich die Strukturen der gesellschaftspolitische Stellenwert von Kindermähen?

01:40:46: Es gibt zu viele Dinge, die mich dann auch interessieren würden und die eure Arbeit sicherlich auch tangieren.

01:40:50: Aber ich finde eigentlich, wenn du gerade von The Sky as a Limit gesprochen hast.

01:40:53: Das ist irgendwie so ein schönes Abschlusswort und auch wieder ein schönest Bild mit dem wir vielleicht aus diesem Gespräch für heute zumindest erstmal rausgehen können.

01:41:00: Ich hoffe ihr seht es mir nach, wenn wir das jetzt an dieser Stelle quasi... mal zum Ende führen.

01:41:06: Ich drück euch einfach total die Daumen für den elften Juni, für die Abschlusspräsidation euch und vor allem natürlich euren Stipendiatinnen, die sicherlich mindestens genauso aufgeregt sein werden an diesem Tag wie ihr auch.

01:41:17: Ich erinnere nochmal an dir ein Reichfrist bis zum vierten August.

01:41:20: ich verlinke das natürlich auch alles dann schön in den Show Notes zu dieser Episode.

01:41:25: Und vor allen Dingen danke ich euch beiden, dass ihr euch so viel Zeit genommen habt mir von der Akademie und euren Visionen zu erzählen die ihr mit diesem Projekt so habt.

01:41:33: Wenn ich euch zuzuhöre und eure Haltung und eure Professionalität, die da so mitschwingt, so mitbekomme habe Ich das Gefühl das kann nur gut werden!

01:41:40: Ich wünsche euch ein sehr gutes Händchen dabei und dank euch sehr fürs Gespräch.

01:41:44: Vielen Dank Thomas.

01:41:45: Das klingt so als würdest du einfach in den paar Jahren nochmal an unsere Tür klopfen müssen und wir müssen dann einfach noch mal den Reboot von dem Gespräch machen.

01:41:52: Würde ich auch was sagen.

01:41:53: Genau, wir klopfen das dann einfach in zwei drei Jahren nochmal ab für was sich so erfüllt hat und was dazu gekommen ist.

01:41:57: ja.

01:41:58: Wunderbar!

01:41:59: Vielen vielen Dank fürs Gespräch.

01:42:01: Ich danke euch.

01:42:02: alles Gute euch und bis bald ja ciao.

01:42:29: Allgemeine Informationen zu unserer Arbeit gibt's im Netz unter www.kjf.de.

Über diesen Podcast

»Wieso? Weshalb? Warum?« ist ein Podcast über Kindermedien. Zu Gast sind Menschen, die sich professionell mit Medieninhalten für Kinder auseinandersetzen. In ausführlichen Gesprächen richtet Gastgeber Thomas Hartmann seinen Blick auf Medienangebote, die sich bewusst und wohltuend vom Mainstream abzusetzen versuchen. Und auf Expert*innen, die mit ihrer Arbeit mehr erreichen möchten, als Kinder einfach nur zu unterhalten. Sein Ziel ist es, eure Neugier auf besondere Medieninhalte für Kinder zu wecken.

Thomas Hartmann ist Kulturwissenschaftler und Medienpädagoge. Die Auseinandersetzung mit Medienangeboten für Kinder gehört seit vielen Jahren zu den Schwerpunkten seiner Arbeit. Sieben Jahren lang war er als wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter am Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) beschäftigt und hat in dieser Funktion auch den Podcast "Wieso? Weshalb? Warum?" ins Leben gerufen. Im Mai 2023 hat Thomas die Leitung des KJF übernommen.

Das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum ist ein Bundesinstitut für Kulturelle Medienbildung und arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Mehr Informationen zu den Angeboten des KJF findet ihr unter www.kjf.de

von und mit Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum

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